"Es besteht nicht oft die Möglichkeit, solch einen hochkarätigen Fachmann zu hören", mit diesen einleitenden Worten stellte der 1. Vorsitzende des Arbeitskreises de Meisterschule, Manfred Bacher, den Gastredner aus der niedersächsischen Landeshauptstadt vor.

Es hatten sich zwar etwas weniger Teilnehmer als sonst gewohnt zur Herbsttagung in die Schlossberghalle in Starnberg eingefunden, dennoch verstand es Prof. Dr. Freund nach kurzer Zeit, die Zuhörer – darunter etwa auch die komplette derzeitige Meisterklasse an der Münchner Meisterschule für Konditoren – in seinen Bann zu ziehen. Er selbst habe im Jahr 1972 in München seine Konditormeisterprüfung abgelegt und fungiere am Institut für Lebensmittelwissenschaft an der Universität Hannover als Leiter der Abteilung Getreide und Süßwarentechnologie. Zugleich ist Prof. Freund Bevollmächtigter der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) für den Qualitätswettbewerb Feine Backwaren und Süßwaren.

Prof. Freund verstand es auf bemerkenswerte Weise, den mehrstündige Sensorik-Vortrag im Wechsel von theoretischen Ausführungen und praktischen Qualitätsprüfungen so aufzulockern, dass die von manchem Zuhörer zunächst vermutete trockene Materie zu einer spannenden Veranstaltung geriet. Zielvorgabe war es, den Weg aufzuzeigen, wie Qualität und Qualitätstandards definiert werden und bei der täglichen innerbetrieblichen Prüfung von Backwaren Einlass finden. "Qualität kommt von 'quälen'", formuliert Prof. Freund schmunzelnd und resümiert: "Qualität muss täglich neu gebacken werden; denn erst die vielen kleinen Dinge, der Feinschliff gewissermaßen, sowie der Wille zur täglichen Perfektion machen aus einem Konditor einen Premiumproduzenten! Die Zukunft der kleinen Konditoreibetriebe kann nur ´objektives Premium´ heißen – also für den Kunden nachvollziehbare Qualitätsprodukte herstellen. Der Kunde muss stolz sein, bei Ihnen zu kaufen!"
bk