Das Restaurant „Denkmah(h)l“ bildet dort psychisch erkrankte Jugendliche in Küche und Service aus und bietet ihnen einen geschützten Raum für die ersten Schritte im Berufsleben. Vor fünf Jahren, am 6. August 2007, startete das Experiment und kann heute einige Erfolge vorweisen. Die ersten „Denkma(h)l“-Azubis haben bereits ihre Lehre abgeschlossen und Jobs in anderen Lokalen gefunden.

Dabei ist das „Denkma(h)l“ zunächst einmal ein ganz normales Restaurant: Mittagstisch mit Suppe und Pasta, Abendkarte mit moderner regionaler Küche und eine umfangreiche Weinkarte locken Gäste in das denkmalgeschützte Haus am Rand des Hammer Kurparks. Wenn die jungen Kellner bei der Bestellung jedoch etwas nervös wirken oder auch mal nur mit Unterstützung von Restaurantfachmann Matthias Straube an den Tisch kommen, dann fällt auf, dass hier manches anders ist.

Denn das „Denkma(h)l“ ist eine Lehr- und Trainingsgastronomie der gemeinnützigen Malteser Werke für junge Menschen, die in gewöhnlichen Restaurants zunächst wohl keine Chance hätten. Sie leiden zum Beispiel an Depressionen, Suchterkrankungen oder Psychosen, sind lernbehindert oder haben eine Essstörung. Acht Stunden am Tag zu arbeiten und stressigen Situationen stand zu halten, ist für viele anfangs nicht möglich. Im „Denkma(h)l“ hilft ihnen ein Team von Pädagogen, Therapeuten und Erziehern und versucht, die speziellen Bedürfnisse der Jugendlichen mit dem Restaurantbetrieb zu vereinbaren. „Das kann bedeuten, dass ich Auszubildende in einer Krisensituation morgens zu Hause abhole und zur Berufsschule fahre oder dass jemand, der ständig zu spät kommt, eine Woche Urlaub bekommt, um seine Probleme zu klären“, erzählt die Einrichtungsleiterin Christiane Brexel.

In der Küche organisiert und beaufsichtigt Wilko Masan die Lehrlinge und Praktikanten. Bei schweißtreibenden Temperaturen dirigiert er beherzt die Vorbereitungen für den Abendservice und eine große Veranstaltung am Wochenende. "Wenn es jemandem zu anstrengend wird, dann macht der eben mal die kalte Küche", erklärt der Koch ganz pragmatisch, wie er mit den Krisen seiner Mitarbeiter umgeht.

Nach fünf Jahren Restaurantbetrieb und vielen Erfolgsgeschichten ist die Existenz dieses besonderen Lokals aber immer noch nicht langfristig gesichert. Durch die hohen Personal- und Betreuungskosten kann das „Denkma(h)l“ nicht wirtschaftlich arbeiten. Finanziert wird der Betrieb unter anderem durch Jobcenter, Jugendämter oder auch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), die Fördermaßnahmen für Jugendliche in der Lehr- und Trainingsgastronomie bezahlen. Hinzu kommen Zuwendungen von Stiftungen, Privatleuten und einen Förderkreis.
[Quelle: Hamm (wh).]

Weitere Informationen:
www.denkmahl-hamm.de