Aus Gründen der Planungssicherheit wäre es sicherlich sinnvoller gewesen, das bislang gültige Rauchverbot beizubehalten, dennoch, räumte Gallus ein, „dass wir innerhalb unserer Mitgliederreihen eine nicht zu unterschätzende Anzahl an Betrieben haben, die mit dem kommenden Gesetz sehr gut leben kann.“

Zu weiteren Themen, die dem Beherbergungsgewerbe in Bayern unter den Nägeln brennt, zählt die Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Beherbergungsleistungen. Befürchtungen, dass die bisherige Regelung möglicherweise eine Änderung erfährt, hegt der BHG vor allem deshalb, weil sich der Generalsekretär der FDP kürzlich derart missverständlich darüber geäußert hatte, dass die Branche gar mit einer politische Kehrtwende zu rechnen habe. Diese Ansicht widerlegte im übrigen der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Staatsminister Siegfried Schneider, in seinem Grußwort. Auch die von der Stadt München geplante Einführung der Bettensteuer entkräftete Gallus vehement mit dem Argument, dass das Wachstumsbeschleunigungsgesetz „durchschnittlich 1.650 Euro pro Kommune ausmache, die durch Investitionen der Hotellerie in die heimische Wirtschaft und weniger Arbeitslose mehr als aufgewogen werde.“ Sollte München mit seinem Ansinnen durchkommen, so werden möglicherweise andere Städte mit „Kulturförderabgabe“, „Denkmalschutzabgabe“ oder „Übernachtungssteuer“ nachziehen. An die Adresse der Regierung gerichtet, von Beifall der Gäste begleitet, betonte Siegfried Gallus: „Ich appelliere an die Vernunft und den ökonomischen Sachverstand der zuständigen Genehmigungsbehörde, diese realitätsferne und verfassungswidrige Strafsteuer auf Gastfreundschaft zu verhindern!“

Nicht unerwähnt lies der BHG-Präsident Themen wie etwa das elektronische Lohnmeldegesetz (ELENA), die nicht in allen Punkten nachvollziehbare Rundfunkfinanzierung, die dringend notwendige Änderung des Jugendarbeitsschutzgesetzes sowie die Rückverlagerung der Genehmigungspraxis bei Festen auf die Landratsämter. Thematische Dauerbrenner wie Sachkundenachweis, Neuordnung der Sperrzeit und der unleidliche Alkoholmissbrauch („Koma-Sauen“) durch Kinder und Jugendliche nahm Siegfried Gallus ebenfalls gezielt kritisch unter die Lupe.

Mit einer angenehmen Geste beendet der BHG-Präsident den offiziellen Teil des Sommerempfangs. Zusammen mit Antje Canzler von der BHG-Hauptgeschäftsstelle überreichte Gallus einen Scheck in Höhe von 6.000 Euro an Judith Prem, kommissarische Leiterin von Sternstunden für die Benefizaktion Sternstunden des Bayerischen Rundfunks. Das Engagement des BHG ist dabei langfristig angelegt, die verbandsintern gegründete Aktion BHG für Sternstunden existiert bereits seit drei Jahren.

Schlussendlich lies Gallus nicht unerwähnt, dem Hausherrn, Klaus Rehklau und seinem Hacker-Pschorr Bräuhaus-Team, herzlich für die gastliche Aufnahme in seinem Haus zu danken.
(Brigitte Karch)

[Fakten zur Mehrwertsteuersenkung in der Hotellerie]
Die Hotellerie in Bayern vergibt Aufträge bevorzugt an Handwerker und Zulieferer aus der Region und bietet in Bayern 310.000 Arbeits- und 16.000 Ausbildungsplätze.

Laut einer aktuellen DEHOGA -Umfrage, sehr Monate nach der Reduzierung, ergibt sich folgender Sachbestand: bis zum 30. Juni 2010 lagen dem Verband 4.050 Rückmeldungen von Hotels vor. Die Addition der angegebenen Maßnahmen

717,6 Millionen Euro geben die Betriebe für Neuanschaffungen, Renovierungen und Modernisierungen aus.

Laut der DEHOGA-Umfrage schaffen die Unternehmen zusammen 5.747 zusätzliche Arbeitsplätze, davon 2.150 Vollzeit-Mitarbeiter, 1.793 Teilzeit-Mitarbeiter und 1.804 Azubi-Stellen.

Jeder dritte Betrieb (32,2 Prozent), der bisher auf die Fragen des DEHOGA geantwortet hat, senkt die Preise um durchschnittlich 6,5 Prozent.

29,2 Millionen Euro fließen in Lohnerhöhungen, 12,8 Millionen Euro werden in Schulungsmaßnahmen investiert.

Weitere Informationen:
www.dehoga-bayern.de