Der DEHOGA Bayern rief und alle, alle kamen – zum diesjährigen GastroFrühling 2013 nach München. Das Hippodrom-Festzelt (ca. 3.000 Sitzplätze), geführt von den beiden Wirtsfamilien Tina und Sepp Krätz sowie Festwirtsfamilie Schöninger, war bis auf den letzten Platz gesteckt voll.

Die Ausführungen von Ulrich N. Brandl, Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Bayern, waren geprägt von rhetorischer Emotionalität, sachlicher Kritik und vehement aufgestellten, wenn auch bekannten Forderungen. So gibt es nach wie vor drängende Probleme, die auf eine für die Branche zufriedenstellende Lösung harren. Dazu zählen etwa die GEMA mit ihren horrenden Gebührensteigerungen. Wobei mit der derzeitigen Aussetzung der Tarifreform „noch nichts erreicht“ ist – so Brandl. Hier fordert der DEHOGA Bayern insbesondere Klarstellung im Urheberrechts- bzw. im Urheberwahrnehmungsgesetz.

Auch in Sachen Hygienepranger forderte der Präsident den Staat auf, bei Verstößen gegen das Lebensmittelgesetz „praxisorientiert zu kontrollieren“. Hygiene und Sauberkeit in „unseren Betrieben ist oberstes Gebot“. Für Verstöße lassen sich mit bestehenden Lebensmittelmittelkontrollen und gesetzlichen Möglichkeiten – bis zur Schließung eines Betriebe – ahnden. Ein mittelalterliches an den Pranger via Internet sei „menschenverachtendes Vorgehen“, kritisierte Brandl.

Breiten Raum widmete Ulrich N. Brandl der Tourismusstrukur in Bayern. Zwar sei es gelungen, Bayern zur Marke zu machen, doch gleichzeitig müssen laufend Anpassungen an aktuelle Entwicklungen vorgenommen werden. Insbesondere gelte es, die ländlichen Regionen gleichgewichtig zu hoch attraktiven Tourismusstädten wie etwa München aufzuwerten. Erfreulich sei es daher, eine Allianz aus Verwaltung, öffentlichen Touristikern und touristischen Wirtschaftsvertretern und dem DEHOGA Bayern zusammen mit dem bayerischen Wirtschaftsministerium installiert zu haben, um „einen professionell unterstützten Workshop auf den Weg zu bringen.“ Zur Zielerreichung arbeitet der DEHOGA Bayern mit zahlreichen Verbänden zusammen, so unter anderem mit dem Landesverband der Campingplatzunternehmer in Bayern, dem Bayerischen Kur- und Heilbäder-Verband, dem Fränkischen Weinbauverband und dem Bayerischen Brauerbund.

Unter dem Titel „Faire Wettbewerbsbedingungen für personalintensive Dienstleistungen“ wandte sich Brandl dem mittlerweile zum Dauerbrenner avancierten Thema „Mehrwertsteuer“ zu. Hier zählen die DEHOGA-Forderungen Abschaffung der Wettbewerbsverzerrung für die Gastronomie sowie Beibehaltung der reduzierten Umsatzsteuer für die Hotellerie seit langem zu den „Must Haves“ der Branche. Dass sich die reduzierte Umsatzsteuer in mehrfacher Hinsicht als richtig und segensreich erwiesen hat, beweisen bislang 46 Hoteliers, die insgesamt 142 Mio. Euro investiert haben. Statistisch hochgerechnet bedeutet dies eine Investionssumme von über 1 Mrd. Euro. Schlussfolgerung daraus: die reduzierte Mehrwertsteuer sollte auch für alle personalintensive Dienstleistungsbranchen Geltung haben.

Der DEHOGA Bayern-Präsident fand in seinen Schlussbemerkungen überzeugende Dankesworte an die Verbandsmitarbeiter, an Medien, Politiker und Staatsregierung. Große Ehrung für MdB Ernst Hinsken, der sich, so Ulrich N. Brandl, für „seinen unermüdlichen Einsatz für die Belange des Mittelstandes, der Wirtschaftsförderung, des Tourismus und unserer Gastronomie sowie die Fortentwicklung des Ländlichen Raums“ verdient gemacht hat.

Ministerpräsident Horst Seehofer, in mitreißend guter Stimmung, lobte Wirte und Hoteliers, dass sie mit ihrer Gastlichkeit, Mitmenschlichkeit sowie mit ihrer Ess- und Lebenskultur mit dazu beitragen, dass „Bayern ein 5-Sterne-Land“ ist. Für die Mehrwertsteuerreduzierung in der Gastronomie setze er sich genauso unnachgiebig in Berlin ein (Gespräche dazu werden in Kürze geführt), wie vormals für die Mehrwertsteuerregelung in der Hotellerie. Das GastroFrühling-Publikum quittierte diese Ankündigung mit großem Beifall!
[Brigitte Karch]

Weitere Informationen:
www.dehoga-bayern.de