Neben bekannten Branchenproblemen wie etwa der chancenlosen Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie rücken nunmehr die mögliche Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns, staatliche Lohnfestlegung (Eingriff in die Tarifverträge), Deflexibilisierung des Arbeitsmarkts und verschärfte Lebensmittelkennzeichnung oder gar eine „Kaloriensteuer“ in den Vordergrund öffentlicher Diskussionen.

[Verpasste Chancen]
Mit dem Nein zur Winterolympiade „stehen wir Münchner Hoteliers vor den Scherben einer gescheiterten Bewerbung“, resümierte der Kreisstellenvorsitzende. Dabei hatte sich der BHG mit der Tourismus Initiative München (TIM) stark engagiert: „Die Chance, nach 50 Jahren Olympia zum zweiten Mal nach München zu holen, die Chance, von Milliarden Menschen weltweit gefeiert zu werden als erste Stadt der Welt, die Sommer- und Winterolympiade beherbergt, ist endgültig und unwiderruflich vertan!“ - so die bittere Erkenntnis der einst so hoffnungsfrohen Winterolympiade-Befürworter.

[Positive München-Zahlen]
Tröstend dürften hingegen die außerordentlich guten Zahlen für die Münchner Hotellerie in 2013 sein. Von Januar bis inklusive September hat München mit 9,7 Mio. Übernachtungen ein Plus von 5,5% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erreicht und liegt damit weit über dem Bundesdurchschnitt. Zu den bedeutendsten Auslandsnationen in München (Jan.-Sept. 2013) zählen Russland und die arabischen Golfstaaten. 94 Prozent der Araber kommen zum Einkaufen nach München, aber auch aus medizinischen Gründen. Im Schnitt gibt jeder arabische Tourist mehr als 280 Euro am Tag aus – mit steigender Tendenz.

[Erhebliche Preisschwankungen]
Ein Blick auf den Münchner Hotelmarkt: Im September 2013 gab es 399 Betriebe (./. 2 Betriebe) mit fast 59.500 Betten (ein Plus von 0,7%). Hinzu kommen im Landkreis 151 Betriebe (./. 3) mit 13.600 Betten (+2%). Der Großraum München verfügt somit über 72.809 Betten. Die Preisgestaltung zeigt sich immer schwankender – entsprechend schwachen Monaten bis hin zum Oktoberfest und den Messen, und das angesichts weiter steigender Bettenzahlen.

[Motivationsanreize für Hotellier-Nachwuchs]
In puncto Nachwuchsförderung sprach Conrad Mayer insbesondere „Motivationsprogramme zur langfristigen Bindung guter Mitarbeiter an unsere Unternehmen“ an. So etwa durch die neue BHG-Auszeichnung „TOP Ausbildungsbetrieb“ oder Gutscheinkarten für Mitarbeiter unter Ausnutzung der monatlichen steuerfreien Sachbezüge, ein Advano-Konzept, neuer BHG-Kompetenzpartner.

Darüber hinaus verwies Conrad Mayer auf die Tourismus Initiative München (TIM. Diese veranstaltet ihre Mitgliederversammlung am Freitag, den 29. November 2013. Zudem soll neben der Klärung zur Domainverpachtung von www.muenchen.de dort zukünftig ein eigenes Hotelbuchungssystem das HRS ablösen.

[Chancen für Gesundheits- und Medizintourismus]
In seinem Referat „Gesundheitsstandort Deutschland - Potenziale für München/Bayern“ verwies Dr. med. Robert Gerl, Geschäftsführer der BAVARIA - International Health Association e.V., auf die zunehmende Bedeutung des Medizintourismus hin. Mit einem jährlichen Umsatzvolumen von 47 Mrd. Euro nimmt der Gesundheitsstandort Bayern eine außerordentliche Rolle im Gesundheitstourismus ein. Dennoch gelte es, eine intensivierte Vernetzung aller relevanten Marktbeteiligten im Gesundheits- und Medizintourismus, die internationale Märkte ansprechen wollen, zu erreichen. Laut Dr. Gerl gebe es Überlegungen, das Münchner TIM-Modell auf den Gesundheitssektor zu übertragen. Dabei müssten unter anderem konkrete Konzepte erarbeitet werden, inwiefern die Hotellerie in Bayern mit einbezogen werden könnte.

[Paroli bieten gegen Monopol von Hotelbuchungsportalen]
„Das virtuelle Zwillingshotel wird Pflicht!“ - anhand dieser fast schon provokativen Feststellung beleuchtete Markus Luthe, Geschäftsführer Hotelverband Deutschland (IHA) e.V., das knallharte Vorgehen bekannter Hotelbuchungsportale und Suchmaschinenbetreiber wie Google. In seinem Referat „Digitalisierung der Hotellerie: Von Paritäten und Prioritäten“ warnte er eindringlich vor dem „Monopol der Hotelbuchungsportale“. Man sei jedoch zuversichtlich, dass das Bundeskartellamt, die Ratenparität im Jahr 2014 untersagen wird. Weitere Details und Hilfestellung zum Thema biete der IHA mit einer Checkliste. Diese ist über den DEHOGA Bayern gratis erhältlich.

[Glanzvoll und preisgekrönt: Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski München]
Vor Beginn der Kreisversammlung hatte Axel Ludwig, Direktor vom Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski München, kürzlich zum „Hotelmanager des Jahres 2014“ und „Hotel des Jahres 2014“ („Schlummer-Atlas“ des Busche-Verlags) gekürt, zur Führung durch das Hotel eingeladen. Mit einem Investitionsvolumen von 30 Mio. Euro wurden die 200 Zimmer, darunter die Präsidentensuite, komplett renoviert. Mit neuem Auftritt brillieren zudem Restaurant, Bar, Lobby, Veranstaltungsräume (maximal 600 Stehplätze) sowie eine offene Küche für Live Cooking-Veranstaltungen. Die Auslastungsrate vom Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski München liegt bei 95 Prozent.

Weitere Informationen:
www.dehoga-bayern.de