Prägnant aufgeschlüsselte Forderungen an die Politik sowie ein umfassendes Konzept und Eigeninitiativen zur Stärkung des bayerischen Gastgewerbes – BHG-Präsident Siegfried Gallus machte in seiner Neujahrsansprache 2008 im 5 Sterne The Charles Hotel in München deutlich, wohin die Verbandsreise in den kommenden Monaten gehen wird. Immerhin gilt es, das Gastgewerbe in Bayern nach außen hin als ein "starkes Stück bayerischer Wirtschaft" verstärkt zu vermitteln, nicht zuletzt, um branchenspezifischen Forderungen mehr Gewicht zu verleihen. Schließlich – so Gallus nicht ohne Stolz - sind 310.000 Menschen im Gastgewerbe in Bayern tätig und stellen mit in 2007 erreichten 16.200 Ausbildungsplätzen ein starkes Stück Wirtschaft dar.
In seiner mehrfach von Beifall unterbrochenen Rede ging der BHG-Präsident erwartungsgemäß unter anderen auf das Gesundheitsschutzgesetz ein. Das zum 1. Januar 2008 geltende Rauchverbot konnte die Branche "ruhig und vernünftig umsetzen", zugleich konnten kreative Kollegen innerhalb des gesetzlichen Rahmens Lösungen für Raucher anbieten.
Die reduzierte Umsatzsteuer, spürbare Entlastung der Rundfunkgebühren ab 2009 sowie die Rückkehr zur Möglichkeit der saisonalen Abmeldung, stehen ebenso auf dem BHG-Forderungskatalog wie die Wirtequalifizierung und die Modifizierung des Jugendarbeitsschutzgesetzes. Gerade hier soll ein liberaleres Gesetz die Chancen auf eine Ausbildungsplatz im Gastgewerbe erhöhen.
Zur Thematik "Qualitätsoffensive Bayerisches Gastgewerbe" verwies der BHG-Präsident auf Finanzierungshilfen wie sie von der Bürgschaftsbank Bayern (Produkt: Bürgschaft ohne Bank) sowie durch die Bayerische Regierung (300 Mio. Euro Förderprogramm) angeboten werden. Gleichwohl stehen der Ausbau der Hotelklassifizierung (z.B. Schulung aller Bereisungskommissionen) und die Optimierung der Servicequalität Bayern im Fokus der kommenden Monate. Dabei sollen alle touristischen Leistungsträger vom Ausbau der Servicequalität bis hin zur Zertifizierung nach ISO 9001: 2000 profitieren. Auch hier stehen durch die Staatsregierung Fördermittel von 100.000 Euro zur Verfügung. Außerdem werde man mit der Etablierung einer Bildungsakademie für das bayerische Gastgewerbe eine zentrale Aus- und Weiterbildungseinrichtung für alle im Tourismus Erwerbstätigen etablieren.
Am Tag des Bayerischen Gastgewerbes (3. März 2008 in München) wird die Wertschätzung des Gastgewerbes als Hauptleistungsträger der neuen Leitökonomie "Tourismus" durch den Besuch des Ministerpräsidenten Dr. Günther Beckstein sowie Staatsministerin Emilia Müller einmal mehr deutlich gemacht. Zudem wolle man mit dem "Salon der Bayerischen Genüsse" (19.-22. Juni 2008 im Freilandmuseum in Bad Windsheim), einer alternierend in den Regierungsbezirken durchgeführten Leistungsschau, regionale Besonderheiten und bayerische Spezialitäten aus ganz Bayern zeigen.
