Das zweitägige Schlaraffenland für Fachbesucher aus Gastronomie und Handel und für Verbraucher präsentierte wahre Schätze.
Es erwies sich als sehr günstig, dass der Veranstaltungsort, das Münchner Künstlerhaus, sehr nahe an U- und S-Bahn liegt – denn so ganz nüchtern dürfte niemand die Messe verlassen haben. Zu verführerisch war die Auswahl an Weinen aus Nord- und Süditalien, an Likören und Spirituosen. Da waren u.a. der aus handgeschälten Zitronenschalen erzeugte Limoncello von Sorrent (geschützte Herkunftsbezeichnung IGP), Likörchen und Cocktails aus Fenchel (mit tollem Aroma, das man dem braven Fenchel nie zugetraut hätte) und der Bergamottefrucht (Bergamotto di Reggio Calabria DOP), exklusive Grappa aus Oliven nach einer uralten, wieder entdeckten Rezeptur von Mönchen, Kaffeelikör. Allesamt entzückten Gaumen und Nase gleichermaßen.
Neue Geschmackserlebnisse ohne Promille boten Antipasti auf Gemüsebasis. Eingelegte Wilddisteln, Kapernsprossen, wilde Artischocken, der hierzulande noch viel zu wenig bekannte Gemüseraps... ein Übertritt zum fleischlosen Essen würde mit diesen Schlemmereien leicht fallen. Wenn da nicht die Wurstwaren und Schinken aus Friaul Julisch Venetien gewesen wären und der berühmte Speck aus Südtirol.
Seminare und Schaukochen rundeten die Gourmet-Tour ab. Sternekoch Lino Scarello vom Palazzo Petrucci aus Neapel überraschte beim Schaukochen mit zartem Büffel-Peccorino gefüllter Pasta und mit Maiale Nero, einer Schweinespezialität aus Kampanien. Sein kongenialer Kollege Arnold Paris vom Hotel Ganischgerhof in Deutschnofen/Südtirol überzeugte mit Weißweinsuppe und seiner Interpretation des Italo-Mythos Risotto.
Schade nur, dass sich die Gespräche an den Ständen zuweilen als etwas mühsam erwiesen, zu wenige der Aussteller wussten mit den Tücken der deutschen Sprache umzugehen bzw. hatten nur ganz wenige deutsche Wörter in ihrem Repertoire...
[Doris Losch]
Weitere Informationen:
www.italcam.de
