Im Februar und März 2011 untersuchten Dr. Martina Pötschke-Langer und Ute Mons gemeinsam mit dem Evaluationsteam im Deutschen Krebsforschungszentrum sämtliche Gaststätten im Innenstadtbereich der Landeshauptstädte Düsseldorf, Hannover, Kiel, Mainz, Magdeburg, Schwerin, Stuttgart und Wiesbaden. In den Metropolen Berlin und München wurden darüber hinaus zwei weitere Stadtbezirke mit hoher Kneipendichte analysiert. Insgesamt liegen Daten über 2.939 gastronomische Betriebe vor. Es handelt sich damit um die bundesweit größte Evaluationsstudie seit Einführung der Landesgesetze zum Nichtraucherschutz.
Wichtigstes Ergebnis: In der getränkegeprägten Gastronomie sind auch heute noch vier von fünf Betrieben verraucht. Von einer Wahlfreiheit für Nichtraucher kann bei Bars und Kneipen keine Rede sein. Wer abends ein Bier trinken möchte, muss vielerorts lange suchen, wenn er nicht zum Passivrauchen gezwungen werden will. Dasselbe trifft auf Spielhallen zu.
In Sachen Nichtraucherschutz ist Düsseldorf das Schlusslicht unter den untersuchten Landeshauptstädten: Hier gibt es nicht nur die meisten Raucherkneipen, sondern auch die meisten Verstöße gegen die Kennzeichnungspflicht von Raucherkneipen. Den besten Gesundheitsschutz bietet München, wo im August 2010 ein generelles Rauchverbot im Gastgewerbe in Kraft getreten ist. Doch auch hier machen immerhin 17 Prozent der Getränkegaststätten von der einzigen verbliebenen Ausnahmeregelung – der Raucherlaubnis bei geschlossenen Gesellschaften – Gebrauch.
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www.dkfz.de
