Unter den besonderen Exponaten fällt etwa auch ein lederner Joghurtshaker auf. Joghurt - was sich nach zeitgemäßer Erfindung anhört, stellt sich bei genauerem Hinsehen als eine uralte Kunst der Lebensmittelveredelung dar.

Die Kunst aus Milch nahrhaftes Joghurt herzustellen entwickelte das sagenumwobene Reitervolk der Thraker. Schon 850 v. Chr. erwähnte der berühmte, griechische Dichter Homer diesen Volksstamm, der aus Kleinasien stammte. Die Thraker waren eigentlich Nomaden und siedelten sich am Ende ihrer Wanderschaft auf dem Balkan an, sie schufen einzigartige Kunstwerke und züchteten Schafe, Ziegen und Esel.

In Ihrer Sprache bedeutete das Wort „jog" dick und das Wort „urt" Milch. So entstand das Wort Joghurt. Ausgrabungen und Abbildungen belegen, dass die Thraker um den Gürrtel einen, mit Milch gefüllten Lammfellsack trugen. Die Körpertemperatur, die Mikroorganismen im Ledersack und die Bewegungen sorgten für die Gärung der Milch. Für die Pferde gab es ebenso einfache Fellsäcke oder kunstvoll gestaltete Flaschen aus Leder.

So vielfältig das Angebot an Milch war, so unterschiedlich wurde in diesen Lederflaschen der Joghurt. Aus Stutenmilch wurde der legendäre Kumis, ein wichtiges Nahrungsmittel, welches schon Dschingis Kahn schätzte. Leicht gesalzen wurde aus der gegorenen und geschüttelten Joghurtmasse der persische Dugh, der türkische Ayran und das indische Lassi. In Europa wurde Joghurt zuerst als Medikament gehandelt und war in Apotheken erhältlich. Nach 1905 begannen deutsche Molkereinen mit der kommerziellen Joghurtproduktion. Im Jahr 2011 geniest der Deutsche durchschnittlich ca. 14 Kilogramm, es ist in mehr als 300 Variationen das meist beworbene Grundnahrungsmittel.

Dieses besondere Kunstwerk wird vom 17.09. bis 08.01.2012 in der Großen Landesausstellung Baden-Wurttemberg „Weltsichten", in Stuttgart, zu sehen sein.
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Weitere Informationen:
www.brikada.de

www.weltsichten-ausstellung.de