Deshalb starten Bachelors, die gleich nach dem Studienabschluss ins Berufsleben einsteigen, meist auf den gleichen Positionen wie Diplom-Absolventen und erzielen auch vergleichbare Gehälter, wie eine Unternehmensbefragung durch die Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult zeigt.

So arbeiten die Bachelors klassischerweise zuerst als Sachbearbeiter oder Projektmitarbeiter. In diesen Einstiegspositionen zahlt die Hälfte der Unternehmen den Bachelor-Ingenieuren zwischen 30.000 und 40.000 Euro, knapp 40 Prozent bieten sogar ein Jahressalär von bis zu 50.000 Euro.

Sogar Betriebe, die die Fach- oder Sozialkompetenzen ihrer Bachelors kritischer sehen, weichen von diesem Gehaltsgefüge nicht ab. Dieses Wohlwollen bringen die Unternehmen auch den Bachelor-Absolventen mit wirtschaftswissenschaftlichem Hintergrund entgegen. Grundsätzlich können alle Bachelor-Absolventen zum Projektleiter, Abteilungsleiter oder Fachgebietsleiter aufsteigen – selbst dann, wenn es beim Berufseinstieg fachlich oder hinsichtlich der sozialen Kompetenzen noch Defizite gegeben hat.
[© Institut der deutschen Wirtschaft Köln]

Weitere Informationen:
<a href=http://www.iwkoeln.de target=_blank>www.iwkoeln.de</a>

(Der Link wurde am 20.09.2011 getestet.)

WIR FRAGEN, SIE ANTWORTEN.
Welche Erfahrungen haben Sie als Studienabsolvent mit Bachelorabschluss in der Hotellerie gemacht?
Bzw.
Wie beurteilen Sie die Chancen für Studienabsolventen mit Bachelorabschluss in der Hotellerie ?

Bitte richten Sie Ihre email an die dagusta-Redaktion: info@dagusta.de. Gerne veröffentlichen wir Ihre Meinung!

26.09.2011
[Fakultät für Tourismus/ Department of Tourism
Prof. Dr. Axel Gruner, Hospitality Management
Hochschule München - Munich University of Applied Sciences
axel.gruner@hm.edu, www.tourismus.hm.edu]

Bachelorabschluss ist nicht gleich Bachelorabschluss und Absolvent ist nicht gleich Absolvent. Ob sich ein Studienabsolvent auf dem Arbeitsmarkt in Managementpositionen durchsetzen kann, hängt meines Erachtens von der Persönlichkeit und der hohen Motivation der einzelnen Person ab.

Selbstverständlich hilft eine gute Ausbildung. Diese ist abhängig von den Rahmenbedingungen wie der Qualifikation der Lehrkräfte, Ausstattung der Lehrräume, Orientierung an den Bedürfnissen des Marktes, der Kooperation mit Hotel- und Gastronomiebetrieben, führenden Unternehmensberatungsgesellschaften, Zulieferern sowie von Austauschprogrammen mit führenden ausländischen Hochschulen. Angehende Studenten sollten darauf achten, dass die Lehrkräfte auch tatsächlich schon im Hotel- und Restaurantmanagement gearbeitet haben und nicht nur "Buchwissen" vorweisen können.

Zudem sollte sich der zukünftige Akademiker während seines Studiums um möglichst viel eigene Praxiserfahrung und ein anspruchsvolles Pflichtpraktikum bemühen.

In einer von mir betreuten Studie, die im vergangenen Jahr publiziert wurde, haben wir 41 große international agierende Hotelgesellschaften mit nahezu 7.000 Hotels zum Thema Akademisierung der Hotellerie befragt. Während in Asien und Nordamerika der Akademikeranteil zwischen 25 und 30 % sowie in Europa bei 15 bis 20 % liegt, bildet Deutschland mit 5-10 % das Schlusslicht.

In den kommenden Jahren wird es meines Erachtens insbesondere im mittleren und gehobenen Hotelmanagement zu einem Verschiebungsprozess kommen, der zu Lasten der nicht akademisch ausgebildeten Führungskräfte geht; Abteilungen wie Controlling, Revenue Management, Sales- und Marketing sowie im Personalwesen stellen schon jetzt bevorzugt Akademiker ein.

Vor ca. 20 Jahren wurden in der Industrie Bürokaufleute sowie Industriekaufleute auf Führungsebene durch studierte Betriebswirte und Diplom-Kaufleute ersetzt; genau dieser Prozess vollzieht sich derzeit im Gastgewerbe. Wettbewerbsfähig ist, wer es schafft, hervorragend ausgebildete Mitarbeiter zu gewinnen und an sich zu binden.

[Prof. Dr. Axel Gruner]
*****
27.09.2011
Thomas Fink
Administrative Management Assistant
Rocco Forte - The Charles Hotel
Sophienstrasse 28, D-80333 München
Rocco Forte Hotels
Telephone +49 (0) 89 544 555 - 1304
Telefax +49 (0) 89 544 555 - 2300
email: tfink@roccofortehotels.com

„Den einleitenden Worten von Prof. Dr. Gruner kann ich mich nur anschließen; Es liegt im Überwiegenden an der Person und in zunehmendem Maße an der Hochschule, an der das Studium absolviert wird, wie der Weg nach dem Studium weiter geht.

Als Absolvent des ersten Bachelorjahrgangs an der Fakultät für Tourismus konnte ich live miterleben, wie tiefgreifend die Umstrukturierung war und nach wie vor ist, zumindest dann, wenn man sie richtig macht und nicht einfach Bachelorabschlüsse vergibt aber Diplom lehrt. Wahrscheinlich muss diese tiefgreifende Änderung auch in den Unternehmen erst ankommen, um fundiert feststellen zu können, was sich geändert hat. Eines leider in jedem Fall: Die Zeit neben dem Studium und abseits der fachtheoretischen Wissensvermittlung ist im Bachelor weniger geworden und um somit die angesprochene Sozialkompetenz zu erlangen, muss häufig wertvolle Freizeit investiert werden, was sich rückblickend aber in jedem Fall rechnet.

Zurück auf meine konkreten Erfahrungen bin ich davon überzeugt, dass ich meine jetzige Position und Anstellung weniger aufgrund meines Studiums bekommen habe, als vielmehr aufgrund meines Engagements während meines dortigen Praxissemesters und meiner anschließenden Werksstudententätigkeit. Ich persönlich komme daher zu dem Schluss , dass in der Hotellerie das (Bachelor-) Studium (noch) kein alleiniger Türöffner ist aber definitiv der Keil in der Türe, die die Praxiserfahrung geöffnet hat. Im direkten Vergleich habe ich die Erfahrung gemacht, dass Mitarbeiter und Kollegen mit fundiertem akademischen Hintergrund deutlich besser agieren und performen können als jemand ohne diese Erfahrung.

Wenn ich also noch einmal Tourismus studieren könnte, würde ich sehr vieles gleich machen. Wenn das Ziel aber die Hotellerie ist, mich entweder erst für eine Ausbildung zum Hotelfachmann entscheiden und anschließend studieren oder aber auf das mittlerweile geschaffene duale Studium der Fakultät für Tourismus zurück greifen. Damit bin ich bei der von Prof. Dr. Gruner angesprochenen Kooperation, die ich persönlich als derzeit effektivste und beste Möglichkeit sehe, qualifizierte Nachwuchskräfte für das Hotelmanagement auszubilden. Spätestens jedoch an diesem Punkt, wenn in nicht allzu ferner Zukunft auch die gesamte Hotelbranche primär auf Akademiker zugreifen möchte, müssen sich die Löhne an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen und der Bezahlung von Ingenieuren entsprechen, die auch in der genannten Studie aufgegriffen werden."