Die Diskrepanz zwischen privatem und beruflichen Handeln ist für die 38-Jährige kein Thema. "Denn", so Frau Strobel, "es stimmt, ich bin Nichtraucherin. Andererseits setze ich mich entschieden für die Unternehmer-Freiheit ein. In unserer Gesellschaft muss es möglich sein, dass ein Kneipenwirt selbst entscheiden kann, ob er ein Raucher- oder Nichtraucher-Lokal führen will. Daher plädiere ich für das so genannte 'Spanische Modell', bei dem der Wirt eines Einraum-Lokals selbst entscheiden kann, ob er es für Nichtraucher und Raucher öffnen will. Schließlich, es gibt sie, die Raucher, die kann man nicht einfach so weg radieren. Und die Gastronomie ist ein Dienstleistungsgewerbe, auch für diese Menschen muss es Lokale und Gaststätten geben. Mal ganz abgesehen davon, das Kontrollen zum Beispiel auf dem Münchner Oktoberfest oder anderen Volksfesten in Bayern kaum durchführbar sind."

Wie sehr dieses Rauchergesetz die Gemüter bewegt, zeigen die jüngsten Zahlen. So hat es der VEBWK seit seiner Gründung am 5. Dezember 2007 bis heute geschafft, weit über 64.000 Mitglieder, darunter Wirte, Raucher und Nichtraucher, unter seinem Dach zu versammeln.

Das mit dem Rauchverbot einhergehende Kneipensterben nimmt natürlich auch Einfluss auf die bayerischen Brauereien. Vor allem mittelständische, inhabergeführte Brauereien sind von den Schließungen gastronomischer Betriebe betroffen. Hier spricht man von 15 bis 30% Umsatzverlusten beim Faßanteil einer Brauerei.

"Als Nächstes" so befürchtet Sandra Strobel, "sind Restriktionen nicht nur bei Bier, sondern auch bei anderen alkoholischen Getränken zu erwarten." Welche Folgen solche Entwicklungen auf die Gastronomie haben werden, mag sie sich derzeit noch nicht ausmalen.

Vielleicht kommt es daher nicht einmal von ungefähr, dass die PR-Fachfrau als erste Ernährungswissenschaftlerin die als anspruchsvoll geltende Ausbildung zur Biersommelière absolviert hat. Erfolgreich versteht sich! 14 Tage lange besuchte sie die Doemens-Akademie mit Schulungsorten in Gräfelfing bei München und Salzburg. Doemens-Akademie-Leiter Dr. Wolfgang Stempfl verstand es kenntnisreich, die Bierkultur in all ihren Facetten so "schmackhaft" darzustellen, dass Frau Strobel bilanziert: "Ich habe immer schon gerne Bier getrunken, aber nachdem ich diesen Lehrgang besuchte, habe ich noch mehr Achtung vor dem Produkt Bier. Die unterschiedlichen Bierarten und -sorten, das Aussehen, der Geruch und Geschmack und die Herstellungsverfahren, aber auch die richtige Bierauswahl zur gewählten Speise und die positiven gesundheitlichen Auswirkungen des moderaten Bierkonsums – all das hat mich sehr fasziniert."

Für die Biersommelière Sandra Strobel ist es daher ganz wichtig, Bier nicht achtlos in die 'Prolo'-Ecke zu verbannen, sondern Bier als Getränk mit Kulturcharakter beim Endverbraucher zu manifestieren.

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(Die Links wurden am 23.05.2008 getestet.)