Gleichzeitig trafen sich führende Vertreter der VDP-Winzer zu einem Round-Table-Gespräch mit Weinfachjournalisten, um die Fortentwicklung der VDP-Klassifikation zu diskutieren.

Wie kam es zu dem Logo Erste Lage ( „1 mit Traube“) und welcher Imagegewinn ist damit verbunden? 2002 hatten die VDP-Prädikatsweingüter beschlossen, den Grossen Gewächsen aus Ersten Lagen eine eindeutige Kennzeichnung zu geben; seither ziert die 1 mit der Traube die „Grand Crus“ aus Deutschland, als Symbol für unverwechselbare charaktervolle Spitzenweine, die auf exakt definierten Parzellen der besten Lagen wachsen, zum Unterschied zu den Gutsweinen und Ortsweinen, also Basisweinen mit lediglich Hinweis auf das regionale Terroir. Die Verwendung des Logos Erste Lage ist an die Erfüllung von fast zehn Kriterien gebunden. Gastronomie und Handel begrüßten diese Entwicklung, ebenso Endverbraucher, die nun eine Orientierungshilfe haben.
Ziele der privatrechtlichen VDP-Klassifikation sind, den Blick wieder auf die besten Lagen Deutschlands zu lenken, den Stellenwert großer trockener Weine zurück zu gewinnen und die Bedeutung der traditionsreichen fruchtsüßen Prädikatsweine hervorzuheben. Im Jahrgang 2006 wurden bundesweit 276 Grosse Gewächse in 171 Lagen erzeugt. Die deutschen Kultweine machen etwa 1,5 Prozent der Produktionsmenge der Prädikatsweingüter aus. In Franken werden Grosse Gewächse aus Silvaner, Weiß- und Spätburgunder und Riesling gekeltert, an der Mosel steht traditionsgemäß der Riesling im Mittelpunkt der Weine aus Erster Lage.

In der Weinfachwelt hat die 1 mit Traube nach sechs Jahren einen enormen Bekanntheitsgrad gewonnen. Das zeigt sich auch an den Absatzzahlen; der Anteil der Erste Lage-Weine im Fachhandel und in der Gastronomie nimmt ständig zu. Insgesamt wurden über 1 Mio
Flaschen zu einem Durchschnittspreis von 21,50 Euro abgesetzt.

In München trafen zum Beispiel kraftvolle, elegante Silvaner auf finessenreiche Rieslinge, Kultweine aus Franken also auf solche von der Mosel, alle vom Jahrgang 2007. „Ein Spitzenwein, der prächtig in unsere Zeit passt,“ sagte dazu Karl Martin Schmitt, Randersacker, Vorsitzender des VDP-Franken, „frisch, fruchtig, mit duftigen Bukettnuancen. Die Weine des Jahres 2007 haben eine gute Struktur, feine filigrane Säurefacetten, Gehalt, Kraft, Mineralität und etwas weniger Alkohol als in den Vorjahren.“ Die neuen „Grand Crus“ des Jahrgangs 2007 werden erstmals im September präsentiert, die großen Rotweine – mit einem Alterungspotential von 20-30 Jahren – gar erst zwei Jahre nach der Lese. Bei den großen Weinen hält man sich nach wie vor an die traditionsreichen alten Sorten. Auf den vielzitierten Klimawandel wird – wie man auf Nachfrage erfuhr – beim Anbau mittelfristig noch keine Rücksicht genommen.
[brä]

Weitere Informationen:
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(Der Link wurde am 04.07.2008 getestet.)