Noch am 15. April 2009 hatte der Präsident des Deutschen Brauer-Bundes, Wolfgang Burgard, vor dem Hintergrund der angespannten Wirtschaftslage in Deutschland sinkende Bierpreise prophezeit. Einen Tag später erfährt er energischen Widerspruch aus Bayern. Für sinkende Bierpreise bestehe keinerlei Spielraum, so der Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes in München, Lothar Ebbertz in einem Statement.
In Anbetracht hoher Rohstoffkosten aus Verträgen des Vorjahres, unverändert hoher Preise für Energie und nicht zuletzt der gerade vereinbarten Lohnerhöhung um 3% sei es schlicht unredlich, beim Verbraucher Hoffnungen auf ein sinkendes Bierpreisniveau zu wecken, verlautet es aus München.
Wer unter diesen Umständen auf Preissenkungen setze, so Ebbertz, verschließe die Augen vor der Realität seiner Kostensituation. Der wolle die krisenhafte gesamtwirtschaftliche Lage offenbar aber auch ausnutzen, um unter dem Deckmantel der "Konsolidierung" der Branche den gegen den Mittelstand gerichteten Verdrängungswettbewerb im heimischen Braugewerbe noch verschärfen.
Opfer einer solchen kurzsichtigen Politik werde zuerst die Qualität des Produktes. Dem Verbraucher werde wider besseres Wissen vorgegaukelt, das Verhältnis zwischen Preis und Qualität sei beliebig strapazierbar.
Langfristige gefährde eine Politik, die nur auf billig setze, aber auch die Vielfalt des Bierangebots und der Braustätten, damit aber auch zahlloser Arbeitsplätze im Braugewerbe. Am Ende drohe die Wertigkeit der ganzen Getränkegattung auf der Strecke zu bleiben. "Mit dem, was man in Bayern als ´Bierkultur´ kennt und schätzt“, so der Bayerische Brauerbund in München, "hat das dann aber nichts mehr zu tun".
Weitere Informationen:
www.bayerisches-bier.de
