Aufgetischt wurden u.a. Carpaccio vom Hirsch mit karamellisierten Maroni, Fasan mit Fingernudeln, im Frontcooking nach Wunsch gegrillte Hirschrückensteaks und – sie waren in Nullkommanix weg – Gamskeulen mit Wirsinggemüse. Wild ist in den Wintermonaten der Küchenhit schlechthin. Besonders gut kommt Wild mit regionaler Herkunft an. Bayern ist mit einem Marktanteil von 40 Prozent der bedeutendste Wilderzeuger Deutschlands, wie Landwirtschaftsminister Helmut Brunner stolz verkündete: „Bayern ist auch hier Spitze“.

Dr. Rudolf Kratzer, Vorsitzender des Landesverbands Bayrischer landwirtschaftlicher Wildhalter, sorgte dafür, dass sich die Veranstaltung nicht in gegenseitiger Beweihräucherung verlor. Er nahm vor allem Neuseelandfleisch ins Visier. Dessen Niedrigpreise auf den Großmärkten seien nur möglich, weil die Produzenten ihr Geld nicht in erster Linie mit dem nach Europa exportierten Fleisch verdienten, sondern mit dem Bastgeweih der Hirsche, die in Asien als Aphrodisiakum verkauft würden.
Weitgehend ebenfalls unbekannt sei die Behandlung des Fleisches mit Impulsstrom nach dem Schlachten, was das „Stressfleisch“ (die Tiere werden per Hubschrauber zusammengetrieben) wieder zart mache. Wildfleisch aus Bayern bzw. Deutschland sei von Natur aus zart, es reife auf natürliche Weise. Stressfleisch gebe es nicht, weil die Tiere keinen Schlachtstress kennen.

Die natürliche Zartheit von Hase, Reh, Rothirsch und Gams liessen sich die Gäste des von den Jagdbläsern musikalisch umrahmten Abends denn auch mit gutem Gewissen schmecken.
[Doris Losch]

Weitere Informationen:
www.wildhalter-bayern.de
BayerischerBauernVerband.de
www.stmelf.bayern.de