„Auch in Deutschland entdecken Winzer, Handel und Gastronomie den Naturkorken als Qualitätsmerkmal und Marketinginstrument neu“, freut sich Frank B. Müller, Geschäftsführer des Deutschen Korkverbandes e.V. Bielefeld.
Die ungefähr seit 2000 „arrivierten“ Kunststoffpfropfen oder gar Schraubverschlüsse überzeugen auf Dauer weder Winzer, Handel, geschweige denn die Weintrinker oder Sommeliers. Wein, in Flaschen mit Kunststoffverschluss beispielsweise beginnt nach Jahren rasant zu altern.
Warum wollte man überhaupt die Korken ersetzen? Des Korkelns wegen. Wobei der Korken an den gefürchteten „Mufftönen“ selbst meistens gar keine Schuld trägt, zumal die Korkqualitäten inzwischen wesentlich besser sind. Die unerwünschten Korkschmecker stammen von TCA, einer chemischen Verbindung namens Trichloranisol. Dieses TCA aber gelangt auf unterschiedlichen Wegen in den Wein: durch Weinlagerung in belasteten Kellern oder Fässern, über die in Kellereien früher gebrauchten Chlorreiniger, die auch für Schläuche, Dichtungen und Filter eingesetzt wurden und den Stoff bei der Verarbeitung übertrugen. (Heute wird mit Wasserstoffperoxid gereinigt.)
Viele der mit Mufftönen behafteten Weine hatten nie Kontakt mit Naturkorken. TCA wurde auch in Weinen mit Schraub- und Kunststoffverschlüssen nachgewiesen.
Naturkorken hat ein gutes Image. Laut Nielsen-Haushaltspanel bevorzugen zwei Drittel der befragten Verbraucher den Naturkorken, ein Drittel verbindet Naturkorken mit Genusskultur.
Deutsche Winzer sind inzwischen wieder bereit, mehr Geld für den Flaschenverschluss zu investieren, 1000 gute Korken kosten zwischen 150 und 300 Euro. Wer ganz sicher gehen will, bezieht die Korken von zertifizierten Korkproduzenten.
Naturkorken ist fast „schwerelos“, er wiegt nur zwischen 0,13 und 0,20 g/cm³, ist elastisch und widerstandsfähig und ist das beste Isoliermaterial aller natürlichen Stoffe. Weinnaturkorken sind der richtige Verschluss für große Weine, fördern die richtige Reifung, sind ein Qualitätsmerkmal und erlauben nahezu unbegrenzte Lagerzeit. Bei Technischen Korken (Körper aus Agglomerat, Naturkorkscheiben oben und unten), Kolmatierten Korken (Körper aus Naturkork, Poren mit Korkstaub verklebt) und bei Kunststopfstopfen beträgt die Lagerzeit bis zu 2 Jahre. Glasverschlüsse ermöglichen eine Lagerzeit bis zu 4 Jahren.
Naturkork ist ein Produkt der Korkeiche, die ausschließlich an der südeuropäischen Atlantikküste und am Mittelmeer gedeiht.
[Doris Losch]
Weitere Informationen:
www.brikada.de
www.natuerlichkork.de
