Dafür haben Brüssel und Griechenland selbst nochmals Gelder lockergemacht und in Hamburg und München zu genussreichen Abenden eingeladen.
In München drängten sich in Ziemann’s Kochschule Presse, griechische Exporteure und Diplomaten wie Christina Stefanidou vom Griechischen Generalkonsulat, zuständig für Wirtschaft und Handel.
Nisson Gi heißt das Projekt, was griechisch so viel wie „Land der Inseln“ bedeutet. Das wohl originellste Produkt stammt aus Chios: Masticha, der harzige Saft des Mastichabaums. Auf diesem „Kaugummi der Antike“ haben wohl schon Aristoteles und Homer herumgekaut.
Chios Mastix g.U. wird in der griechischen Küche gerne verwende. Dr. Manolis Manussakis von der Importfirma Atlas Mare, der an dem griechischen Abend aufkochte, würzte mit Chios Mastix z.B. die Vorspeise Lathyrus aus der mit gelben Bohnen verwandten Hülsenfrucht Fava und die karamellisierten roten Zwiebeln. Das Aroma war für deutsche Gaumen total neu, aber durchaus reizvoll.
Besonders gut harmonierte Mastix mit der als Dessert servierten Mastix-Pistazien-Eiscreme. Auch das Oktopus-Carpaccio auf Linsen und Sprossen sowie die Hauptspeise Kalbsfilet mit Rosmarin, griechischen Bandnudeln und Graviera Naxou-Käse wurde mit etwas Mastix – bei der Dosierung ist Vorsicht geboten! - verfeinert.
Auf ihren Graviera Naxou-Käse g.g.A sind die Milchbauern der Insel Naxos stolz. Er ist einer der bekanntesten Tafelkäse Griechenlands und besteht auf 80 % Kuhmilch und 20 % Ziegen- und Schafsmilch. Die Milch stammt ausschließlich von auf Naxos gezüchteten Kühen. Er schmeckt mildwürzig, leicht nussig.
Der ganze Stolz der Insel Zakynthos ist das Olivenöl. Homer bezeichnete Olivenöl als „flüssiges Gold“ und Hippokrates pries es als „großen Heiler“. Das Native Olivenöl g.g. A. aus Zakynthos schmeckt auch pur ziemlich gut, weshalb sich manche Feinschmecker des Münchner Events noch vor dem eigentlichen Essen an Olivenöl und Weißbrot fast satt aßen.
Auf der Weinkarte standen der Vin-Mousseux Solitaire Nico Lazaridi, ein trockener Weißwein Bio-Asyrtiko Chalkidikis, der Rosé Kanenas E. Tsantali und der Rotwein Metochi Chromitsa E. Tsantali vom Berg Athos.
Fazit des Abends: Eine Troika, wie man sie sich nur wünschen kann.
[Doris Losch]
Weitere Informationen:
www.nissongi.gr
[Rezeptvorschläge von Dr. Manolis Manussakis mit Nisson Gi-Produkten:]
Lathyrus (Fava) mit karamellisierten Zwiebeln und Kapern an Oliven-Mastix-Öl: Lathyrus ist die bekannteste Hülsenfrucht des antiken Hellas und wird schon bei Homer in der Odyssee erwähnt.
Lathyrus mit etwas Mastix in heißem Wasser im Verhältnis 1:3 bei niedriger Temperatur für ca. 30 Minuten kochen. Öfter mal umrühren. Zum Schluss mit Salz, Pfeffer und Safran würzen. Garniert wird das Ganze mit karamellisierten roten Zwiebeln, ebenfalls mit Mastix gewürzt. Nach klassisch griechischer Art wird mit Olivenöl nicht gegeizt.
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Oktopus-Carpaccio mit Linsen und Sprossen mit Ingwer, Korianderblättern, Mastix, Safran und Balsamico, Zakynthos-Olivenöl.
Frischen Oktopus in wenig Wasser weich kochen, salzen, mit Lorbeerblättern und etwas frischem Ingwer würzen. Linsen im Verhältnis 1:3 in Wasser 30 Minuten kochen. Gegen Ende der Kochzeit Lorbeerblätter und Korianderblätter zufügen, restliches Wasser abgießen. Sprossen extra kochen und mit Oktopus-Carpaccio und Linsen mischen, mit Olivenöl, Mastix und Balsamico verfeinern.
