Seit 1990 prägt Angela Inselkammer entscheidend die Unternehmenskultur mit.
[Worin liegt Ihrer Meinung nach der Erfolg Ihres Hauses begründet?]
Es liegt sicherlich am Gesamtkonzept unseres Brauereigasthofs, einer der schönsten Gasthöfe in Bayern. Wir bieten hier eine typisch oberbayerische Dorfkultur nahe München – das ist ein einzigartiges Erlebnis!
Zudem sind wir ein familiengeführter Betrieb mit langjährigen Mitarbeitern, mit denen wir gute zwischenmenschliche Kontakte pflegen, auch außerhalb der Arbeitszeit. Wir nehmen die Sorgen und Nöte unserer Mitarbeiter ernst und haben auch Teil an ihrer Freude.
[Stehen Investitionen an? Gibt es neue Projekte?]
Nach Eröffnung unseres kostenaufwändig renovierten Herrenhauses wollen wir jetzt einmal eine Konsolidierungsphase einlegen. Im Moment pausieren wir mit neuen Projekten, aber es gibt noch eine Menge Ideen, die wir gerne realisieren möchten.
[Kooperieren Sie mit anderen Betrieben?]
Ja, mit der Brauerei Aying und dem dortigen Bierkultur-Erlebnis. Dabei handelt es sich um eine Brauereiführung mit Bierverkostung und anschließender Bewirtung mit köstlichen Brauerschmankerln.
[Sind Online-Buchungen eine Thema für Ihre Hotellerie/Gastronomie?]
Wir nutzen vorwiegend das Internet, für uns ist es mittlerweile zum A und O unseres Marketing geworden, und zwar gleichermaßen für Hotellerie und Gastronomie
[Wie werden Neu-Kunden auf Sie aufmerksam?]
In erster Linie durch Mundpropaganda, Berichte in Presse und Fernsehen sowie durch unseren Internetauftritt und unsere Angebotsmappen. Zudem laden wir dreimal jährlich zu kulinarischen Spezialitätenwochen ein.
[Was tun Sie für die Schulung und Ausbildung Ihrer Mitarbeiter?]
Unsere Mitarbeiter erhalten bei uns im Haus eine sehr gute Ausbildung in den drei Berufen Koch/Köchin, Hotelfachmann/-frau und Restaurantfachmann/-frau. Wenn die jungen Menschen erfolgreich ausgelernt haben, versuchen sehr engagierte Ausbilder sie auf ihrem weiteren Weg zu beraten.
[Sie engagieren sich in zahlreichen Ämtern. So auch im DEHOGA Bayern. ]
Das ist richtig. Dort bin ich stellvertretende Vorsitzende im Berufsbildungsausschuss. Eigentlich wollte ich dieses Amt gar nicht übernehmen. Ich habe mich aber dann doch dazu entschlossen, weil es ganz wichtig ist, neue Mitarbeiter für unsere Branche zu gewinnen und auszubilden.
[In welchen Verbänden sind Sie sonst noch tätig?]
Nun, beispielsweise bei der Dorferneuerung von Aying. Da bin ich schwer aktiv. Ich fühle mich dafür mitverantwortlich, die Gemeinde Aying in ihrem dörflichen Charakter zu erhalten. Was ich möchte, ist das Lebensgefühl einer Dorfgemeinschaft zu bewahren. Ich denke, man muss sich engagieren für Werte, die einem wichig sind.
[Sie sind darüber hinaus auch noch im Bund der Selbständigen und weiteren Verbänden tätig. Warum?]
Wenn ich von einer Sache überzeugt bin, dann setze ich mich auch gerne dafür ein. Oft „schiebt“ man mir eine Führungsrolle zu, die ich eigentlich gar nicht anstrebe – ich fürchte mich vor dieser Vereinnahmung – dennoch engagiere ich mich dann für die Sache. So ist es mir sehr wichtig, dass die Probleme der klein- und mittelständischen Familienbetriebe in der Politik gehört werden.
[Welches sind derzeit die drängendsten Probleme in der bayerischen Gastronomie? Welche Lösungsansätze gibt es?]
Natürlich steht derzeit die Reduzierung der Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf 7 Prozent im Mittelpunkt der Diskussionen. Für das Gastgewerbe ist es unendlich wichtig, um anstehende Investitionen tätigen zu können. Immerhin betrifft diese Misere in Bayern rund 42.000 Betriebe. Von einer Senkung der Mehrwertsteuer würden natürlich beispielsweise auch regionale Handwerksbetriebe profitieren.
Ein weiteres Problem besteht darin, Begeisterung bei jungen Menschen für unseren Beruf zu wecken.
Und schließlich bewegt die Branche die Hetze gegen Alkohol. Erst war es die Raucher-/Nichtraucher-Diskussion, nun kommt der Alkohol dran. Dabei gibt es bereits genügend Gesetze wie etwa das Bundesjugendschutzgesetz, das die Abgabe von alkoholhaltigen Getränken ausreichend regelt. Dass es immer wieder „schwarze Schafe“ in der Branche gibt, kann man nicht leugnen. Gegen die sollte man vorgehen, jedoch nicht eine ganze Branche mit Hetzkampagnen überziehen.
[bk]
Weitere Informationen:
www.ayinger.de
www.brikada.de
[Faktenblatt]
Brauereigasthof Hotel Aying
Inhaber: Franz Inselkammer sen.
Leitung: Angela Inselkammer
Zornedinger Straße 2,
85653 Aying
Tel.: 08095-9065-0
Fax: 08095-9065-66
email: brauereigasthof(@)ayinger.de
Website: www.ayinger.de
Restaurant (Sitzplätze): 100
Zahl der Mitarbeiter: 56, davon Auszubildende: 20
Angebotsschwerpunkte: Liebhaber besonderer, anspruchsvoller bayerischer Gastfreundschaft
Küche und Keller: Eignes Bier, Schnaps, Jagd, Wein von ausgezeichneten Familienbetrieben
kulinarische Besonderheiten: regionale Produkte mit hoher Kochkunst zubereitet
Alleinstellungsmerkmale (USP): Familiengeführter Brauereigasthof, Zentrum eines oberbayerischen Bilderbuchdorfes
Gasthof gesamt: 48 Hotelzimmer, Restaurant, Festsaal (bis zu 160 Personen), 4 Stuben (5 bis 50 Personen), historische Kegelbahn, Heimathaus „Der Sixthof“, Schalander-Saal im Brauerlebnis (bis 150 Personen).
Herrenhaus:
Zahl der Zimmer: 14, mit Bibliothek, großer Stube mit ehemaliger Gutshaus-Küche, Konferenzzimmer.
