Begonnen hatte alles vor 21 Jahren. Als der damals 27-Jährige auf dem täglichen Weg zu seiner Arbeit (er war als Barchef im „Masters Home“ tätig) an dem leerstehenden Lokal mit „cooler Terrasse“ in der Müllerstaße /Ecke Corneliusstraße vorbeiging. Seine Idee: hier könnten die Bewohner des Stadtviertels – die zumeist ohne Balkon, Terrasse oder Garten wohnten – im Freien essen, trinken und mit einander kommunizieren.
Er fasste sich ein Herz, sprach die Brauerei an und diese sagte „Ja“. Martin Kolonko baute das Lokal mit zwei seiner ehemaligen Kollegen um. Bei der Terassengestaltung ging das Geld aus. Und dennoch: Ein Jahr später öffnete das Forum seine Türen. „Die Gäste müssen meine Sehnsucht gespürt haben; denn vom ersten Tag an wurden wir regelrecht überrannt“, erinnert sich der Gastronom. Die unglaubliche Erfolgsgeschichte hatte ihren Verlauf genommen.
Mittlerweile ist das Café Forum zum Kultlokal avanciert. Erfreulicherweise ohne Schicki-Micki-Getue. Dafür aber mit jeder Menge Prominenz, die es zu schätzen weiß, hier wie „ganz normale Gäste“ behandelt zu werden. Philipp Lahm, Kapitän FC Bayern München, oder etwa Schauspieler Max von Thun, lassen hier die Seele baumeln und genießen nicht nur das Ungestörtsein, sondern vor allem den kulinarischen Part des Hauses. Das Publikum ist bunt gemischt: von Müttern mit Kindern, eiligen Business-Menschen bis hin zu Studenten und Nachtbummlern.
Apropos Gastronomie. In der vergangenen 20 Jahren verputzten die Gäste über 1 Mio. Eier. Über 9.000 Tonnen Kaffeebohnen wurden seither für die Gäste gemahlen. Und der Caesar Salad, ein traumhafter Klassiker des Forum, ging über 100.000 Mal aus der Küche an die Tische der Gäste. Küchenchef Anton Baumüller, zugleich Geschäftspartner von Martin Kolonko, sorgt für die kulinarischen Highlights. Als Forum-Klassiker gelten das reichhaltige Frühstück, der dreigeschossige Snacktower mit verschiedensten Köstlichkeiten. Und der American Pie fehlt ebenso wenig wie das so hoch favorisierte Thaicurry mit Hähnchen.
Inzwischen ist das Forum längst seinen Kinderschuhen entwachsen. Martin Kolonko eröffnete weitere Betriebe, darunter das Wirtshaus zur Brez'n, den Straubinger, das Wirtshaus in der Au, das Café Freiheit sowie als jüngster Neuzugang das Restaurant Bayerisches Nationalmuseum. Doch das Forum ist uns bleibt sein „Baby“, eine Art Talismann eben.
Zum 20zig-Jährigen offeriert das Forum jede Menge Geburtstagsaktionen. „Als kleines Dankeschön an unsere Gäste“, erklärt Kolonko. Großzügige Rabatte und ein attratives Gewinnspiel und eine apart-Originell aufgemachtes Jubiläumsmagazin begleiten die Festivitäten. Dies alles jedoch nicht ohne – was sehr anerkennenswert ist – gehandicapte Menschen zu berücksichtigen. Der Erlös geht an das Cusanus Hofgut in Bernkastel-Kues. Er ermöglicht jungen Menschen einen Arbeitsplatz.
Ach ja, im Café Forum lernte Martin Kolonko seine Ehefrau Anke kennen. Die jobbte hier zunächst (O-Ton Martin Kolonko: „Wenig später hat es zwischen uns gefunkt“) und hatte als weitsichtige Seiteneinsteigerin schon bald die Betriebsabläufe verinnerlicht. Heute leitet Anke Kolonko das Café Freiheit im Münchner Stadtteil Nymphenburg. Neben der Erziehung der gemeinsamen Kinder gewiss eine heftige Herausforderung!
Im Wandel liegt Beständigkeit. So auch im Forum. Der Zeit angepasste Umbauarbeiten haben die vergangenen 20 Jahre das Forum geprägt. Jetzt geht es erneut an Modernisierungen. Dass sich die geplanten Investitionen lohnen, da ist sich Martin Kolonko sicher. Das Glockenbachviertel birgt enorme Boomchancen. 2013 wird ein Großverlag mit mehreren Hundert Mitarbeitern in die Nähe ziehen. Und auch der Pachtvertrag ist über Jahrzehnte auch unter Dach und Fach.
Was bleibt sind Glückwünsche und Daumendrücken für die nächsten 20 Jahre - mindestens ...
[Brigitte Karch]
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