Andreas Geitl stammt aus einer bayerischen Wirtsfamilie und zeigt nicht nur am Herd sein meisterliches Können, sondern auch am Schreibtisch. Mit seinem Buch (siehe www.dagusta.de/Lesefutter) legt er ein weiteres "schmackhaftes" Zeugnis seines Könnens vor. In einem Gespräch plaudert Andreas Geitl über die Entstehung seines neuesten Buches und verrät, wohin seiner Meinung nach die

[Frage:] Welche Botschaft möchten Sie den Lesern Ihres neuen Buches mit auf den Weg geben?
Ich möchte nur als Ideengeber auftreten und will mit dem Buch lediglich den roten Faden dazu liefern. Der Leser soll hier Anregungen finden, wie man mit einfachen Mitteln wirklich gut und schmackhaft kochen kann. Ich möchte Kochinteressierten die Hemmungen vorm Kochen nehmen und ihnen zeigen, wie man eine eigene Idee hundertprozentig umsetzen kann. Essen ist eine wunderschöne Sache, sie versteht sich als Treibstoff des Körpers. Genussvoll essen ist längst nicht mehr eine Sache nur für die Elite. Ich möchte, das Menschen Essen wieder als Genuss auffassen.

[Frage:] Ist "Genial bayerisch!"das Buch, das Sie bereits seit längerem verfassen wollten?
Ja, und es zeigt, welch neue Ideen ich hier im Vergleich zu meinem Buch "Eine Feine Bayerische Küche" entwickelt habe. In "Genial Bayerisch" ist alles bedeutend leichter geworden, kalorisch, aber auch von der Zubereitung her. Und meine persönliche Entwicklung findet sich im neuen Buch natürlich ebenfalls wieder. Das heißt die Klassiker sind "weltoffener" geworden. Wir alle, die rund um den Globus reisten, haben einige kulinarische Aspekte im Gepäck mit nach Hause gebracht, die nun in die heimische Küche mit einfließen.

[Frage:] Wie lange haben Sie an Ihrem neuen Buch gearbeitet?
Knapp zwei Jahre.

[Frage:] Nach welchen Überlegungen trafen Sie die Rezeptauswahl?
Ich musste mich immer selber bremsen. Ich wollte, dass der Leser meine Rezepte versteht und habe besondere Schwierigkeitsgrade vermieden. Zudem finden sich hier Rezeptklassiker, die ich pfiffiger und zeitgemäßer interpretiere.

[Frage:] Nennen Sie doch bitte einige Beispiele
Schauen Sie sich etwa das Rezept "Kalbslendchen mit Rucolakruste und Tomaten-Radieschensalat" an! Das ist ein ganz simples Gericht, und doch wird das kurz gebratene Fleisch zusammen mit der überbackenen Schicht von Rucola und Parmesan zu einem schönen, innovativem Gericht. Dabei ist die Schichtung von Rucola und Parmesan nur als Anregung für eigene Ideen und Rezeptabwandlungen zu verstehen. Auch beim "Pirschbraten" ("Falscher Wildbraten"), ein Rezept von meiner Oma, die Rindfleisch anstelle des oft nicht verfügbaren Wildfleisches verwendet hat. Da legt man das Rind- oder Schweinefleisch wie Wildfleisch in eine Marinade aus Buttermilch, Rotwein, Tannenzweigstückchen und Gewürzen ein. Richtig sensationell gut schmeckt beispielsweise auch "Gebratene Steinpilze auf Kartoffelrisotto". Kartoffelrisotto ist thematisch ein Widerspruch in sich selbst. Doch wenn man Kartoffeln wie Reis zubereitet, entsteht ein völlig neues, unglaublich gut schmeckendes Gericht.

[Frage:] Ihren weiteren beruflichen Pläne?
Noch immer sehen Münchner und Touristen den Nockherberg vorwiegend als traditionelle Bierinstitution. Ich möchte aber den Nockherberg auch zu einer guten Essadresse machen, von der noch mehr Gäste sagen: "Wer gut essen will, der geht zum Nockherberg".

Das Interview führte Brigitte Karch