[Sie übernahmen im Jahr 2008 die alleinige Geschäftsführung vom „Hirschbräu“. Fanden seither Veränderungen in Ihrer Brauerei statt?]
Ja, wir haben unser Holzar-Bier in einem neuen Gebinde, der 0.33 ltr. Flasche, sowie eine alkoholfreie Variante auf den Markt gebracht. Im Januar 2012 kommen wir mit einem hellen Bock heraus.
Darüber hinaus haben wir als erste Allgäuer Brauerei unsere Energieversorgung grundlegend modernisiert. Wir stellten von Erdöl auf Erdgas als Hauptbrennstoff um. Als Brauerei liegt uns ein verantwortungsvoller Umgang mit natürlichen Rohstoffen sowie Ressourcen besonders am Herzen. Durch die Energieumstellung reduzieren wir unseren Schadstoffausstoß und sparen Energie. Davon profitieren wir und die Umwelt gleichermaßen.
[Der Hirschbräu blickt auf eine mehr als 350-jährige Brautradition zurück. Ist das heutzutage hinderlich oder eine vorteilhafte Ausgangsbasis?]
Eine lange Tradition sehe ich als vorteilhaft an. Vor allem bemerkt der Verbraucher das, wenn man ehrlich ist und als langfristiger und zuverlässiger Partner auftritt. Andererseits darf man auf Tradition natürlich nicht verharren. Vielmehr ist es wichtig und positiv, glaubhaft zu sein.
[Am 1. September 2010 hat die 17-jährige Jana Neubert bei Ihnen in der Brauerei die Ausbildung zur Brauerin und Mälzerin begonnen. Können Sie bereits eine Bilanz ziehen?]
Wir haben das absolut Richtige getan. Jana Neubert hat sich – nicht weil sie eine Frau ist – sondern weil sie unheimlich engagiert und interessiert ist – bei ihren Kollegen Anerkennung geschaffen.
[Gibt es Ihrer Meinung nach einen typisch weiblichen Bier-Geschmack? Falls ja, wie würden Sie das Bier beschreiben?]
Unser bernsteinfarbenes Holzar-Bier kommt bei Frauen besonders gut an. Vor allem Frauen, die sonst kein Bier mögen, trinken es gerne. Es ist nicht zu hopfenbetont und auch nicht zu malzig und von schöner dunkler Farbe.
[Wohin wird sich Ihrer Meinung nach die Bierbranche entwickeln? Konzentration, Export, Kooperationen?]
Alle drei Punkte treffen zu.
[Welche Visionen schweben Ihnen im Hinblick auf die Entwicklung des Biermarktes vor?]
Ich würde mir wünschen, dass die Verbraucher ehrliche, regionale Produkte noch mehr schätzen lernen. Der Trend ist ja bereits da. Dass dies auch mit höheren Preisen zu honorieren ist, ist klar. Aber lieber weniger konsumieren, dafür aber beste Qualitäten genießen. Preisdumping, wie wir es immer wieder erleben müssen, wirkt ausgesprochen kontraproduktiv. Im Gegensatz dazu haben wir hier im Allgäu eine erfreulich regionale Denke. Auch wissen die Gastronomen die persönliche Betreuung zu schätzen. Dennoch herrscht großer Konkurrrenzkampf, der uns schwer zu schaffen macht.
[Der Brauerei ist auch ein Gasthof angeschlossen ...]
Ja, wir sind sehr stolz auf unseren Brauereigasthof. Er ist sehr gut verpachtet und bietet beste, herzhaft-regionale Küche.
[Datenblatt:]
Der Hirschbräu
Privatbrauerei Höß GmbH & Co.KG
Claudia Höß-Stückler (Geschäftsleitung)
Grüntenstraße 7
D-87527 Sonthofen
Tel.: +49 8321 6633-23
Fax: +49 8321 6633-20
Internet: www.hirschbraeu.de
Zahl der Mitarbeiter: 30, darunter 3 Auszubildende
USP: 1 Brauerei im Allgäu, die Bier in der Bügelflasche anbot, zählt zu den bedeutenden Brauereien, die im großen Stil ins Ausland (z.B. Rußland, Japan) exportieren
Distribution über: Gastronomie/GAM/LEH, Export (ca. 30%)
Ausstoss: 30.000 Hektoliter jährlich
[Hotel und Brauerei Gasthof Hirsch, Sonthofen]
Anschrift
Internet: www.oberallgaeu.cc/brauereigasthof-hirsch/
Inhaber/Pächter: Familie Steinberger
Lage: Zentrum von Sonthofen
Zahl der Zimmer/Betten: 25 DZ
Sitzplätze im Restaurant: für bis zu 150 Personen
Sitzplätze im Biergarten: 100
Zahl der Mitarbeiter: ca.15
Weitere Informationen:
<a href=http://www.brikada.de target=_blank>www.brikada.de</a>
<a href=http://www.hirschbraeu.de target=_blank>www.hirschbraeu.de</a>
(Die Links wurden am 08.12.2011 getestet.)
