Nach über 12 Monaten Tätigkeit an der BHG-Verbandsspitze zog Jutta Griess eine vorläufige Bilanz. Unmittelbar nach ihrer Wahl zur 2. Vizepräsidentin, wandte sie sich dem brachliegenden verbandsinternen Bereich der Mitarbeitermotivation zu. Hier gab es seit längerem Frustration und Unsicherheiten, die eine Zielgerichtete Teamarbeit nahezu unmöglich gemacht hatten. Nach über 30.000 km Reisetätigkeit und unendlich vielen Gesprächen mit den Mitarbeitern vor Ort, gelang es Jutta Griess mit sensiblem Einfühlungsvermögen, einen weitgehend flächendeckenden Konsens unter den BHG-Mitarbeitern zu erzielen. "Das war nicht immer einfach, und ich konnte auch nicht alle argumentativ überzeugen, aber insgesamt konnte ich die Stärkung des Teams erzielen", resümiert die Vizepräsidentin.

Gleichwohl arbeitet Jutta Griess zusammen mit ihren BHG-Kolleginnen und Kollegen an branchenspezifischen Problemlösungen. Dazu zählt etwa die auf europäischer Ebene unterschiedliche Steuerbelastung, die deutsche Beherbergungsbetriebe wirtschaftlich empfindlich benachteiligen. "Dieses Thema geht einher mit der Forderung nach einer längst fälligen Imageverbesserung der Branche", betont die Vizepräsidentin und ergänzt: "Vor allem bei Bankengesprächen müsste die Branche besser dastehen können, denn auch aufgrund der höheren Mehrwertsteuerbelastung fehlt uns das ausreichende Kapital für notwendige Investitionen – dabei zählt das Hotel- und Gaststättengewerbe mit zu den investitionsintensivsten Branchen, die es hier zu Lande gibt. Ebenso lässt die Gewinnsituation deutscher Betriebe zu wünschen übrig."

In ihrem eigenen Betrieb (40 Zimmer, 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 6 Auszubildende) hat Jutta Griess die Weichen seit langem gestellt. Mit der Zielgruppen-Fokussierung auf "Aktive Bergliebhaber" in Verbindung mit höchster Organisations-Kompetenz, einem außergewöhnlich breit gefächerten Sportthemenangebot sowie überzeugendem Preis-/Leistungsverhältnis gelingt es ihr, Gäste aus dem In- und Ausland ans Haus zu binden. Den Erfolg des Hotels Rheinischer Hof führt Jutta Griess vor allem auch auf gut funktionierende Partnernetzwerke, also professionelle Sport- und Freizeitanbieter, zurück. "Diese Innenmarketingschiene reicht von der Willkommenskarte über Schlittenfahrten bis hin zu nächtlichen Fackelwanderungen, wobei unser Haus - neben eigenen Animateuren - eine Vermittlerrolle einnimmt", betont die Hotelchefin. Rund 80% des Umsatzes erzielt das Hotel Rheinischer Hof im Logisbereich, die restlichen 20% Umsatzanteil entfallen auf den Seminar- und Wellnessbereich.

Mittlerweile bekommt der Hotelmarkt in Garmisch-Partenkirchen, der mit Häusern der 2 Sterne- bis zur 5 Sterne-Kategorie gut aufgestellt ist, durch die Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2018, eine beschwingte Aufbruchsstimmung. Schon jetzt kann man steigende Auslastungszahlen verzeichnen. "In Garmisch-Partenkirchen ist die Hotelbranche in Bewegung", meint Frau Griess, "es tut sich viel im Investitionsbereich und bei neuen Konzeptionen."

In puncto Mitarbeiterweiterbildung führt Frau Griess seit etwa vier Jahren ein spezielles, sehr erfolgreiches Coaching zur Persönlichkeitsentwicklung durch. "Das findet in aller Offenheit statt und bringt unseren Mitarbeitern nachweislich einen Mehrwert im Umgang mit den Gästen und Stärkung ihrer eigenen Persönlichkeit", schwärmt Jutta Griess. Mittelfristig wird die engagierte BGH-Verbandsspitzenfrau und Hotelchefin ihren Betrieb an ihren Sohn Andreas übergeben. Das wird einhergehen mit Umbauten und neuem Hotelkonzept.

Weitere Informationen:
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