[Welches waren die Gründe, sich im Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband (BHG) zu engagieren?]
Zunächst bestand die Mitgliedschaft im BHG schon durch die Schwiegereltern, da lag es nahe, "dabeizubleiben". Ein Verband, der mit Rat und Tat zur Seite steht, ist immer hilfreich und gibt gerade Jungunternehmern eine gewisse Sicherheit, wenn dann noch ein persönlicher Kontakt besteht und ein gutes Miteinander vorhanden ist, übernimmt man auch gerne ein Amt.

[Sie engagieren sich stark im VSR, Sektion Region Ingolstadt. Welches sind die Gründe dafür?]
Um Auszubildende zu trainieren, zu schulen und zu unterstützen, bedarf es einer guten Organisation. Der VSR war für uns genau die richtige Plattform, damit Schulungen ordnungsgemäß durchgeführt werden können. Dazu kommt der Bekanntheitsgrad des VSR - die bundesweiten und internationalen Aktivitäten und natürlich auch das hohe Niveau. Mit der Zeit "verknüpft" man sich mit anderen Sektionen, tauscht sich aus, unterstützt und hilft sich untereinander. Ein Netzwerk, das in unserer Branche sehr wichtig ist.

[Welches sind derzeit die drängendsten Probleme in der bayerischen Gastronomie? Lösungsansätze dazu?]
Senkung der Mehrwertsteuer und GEZ-Gebühren – so wie es in anderen Ländern bereits praktiziert wird; definitive Regelung des Rauchverbotes und Lockerung des Jugendarbeitsschutzgesetzes.

[Worin liegt Ihrer Meinung nach der Erfolg Ihres Hauses begründet?]
Traditionelle Werte hochhalten, sich auf seine Stärken konzentrieren und mit bester Qualität anbieten.

[Stehen in Ihrem Haus Investitionen an? Falls ja, wo?]
Ja, immer. So etwa die Möblierung des Gewölbestadls und Salettl, dann folgt der Ausbau zweier Hotelzimmer als Familiensuiten, eventuell mit Giebeldach. Ebenso müssen die Hotelzimmertüren, teils auch Fenster erneuert sowie in die Modernisierung der Küchen investiert werden. Zudem planen wir den Ankauf eines Fischgewässers.

[Wie positionieren Sie sich in der allgemeinen Gastronomie-Szene von Neuburg-Bittenbrunn?]
Der Kirchbaur Hof ist ein alteingesessenes, bekanntes Familien-Unternehmen mit einer Küche, die seit langem weit über den Landkreis hinaus bekannt ist.

[An welchem Projekt arbeiten Sie in Ihrem Betrieb?]
Derzeit gibt es eine Projekt-Arbeit in Form eines touristischen Miteinanders im Altbayrischen Donau-Moos. Innerbetrieblich arbeiten wir derzeit an Angeboten speziell für Waidmänner/-frauen, die sich bei uns erholen wollen und zudem genießen, jagen und fischen möchten.

[Kooperieren Sie mit anderen Betrieben?]
Ja, mit einigen Hotels in Neuburg, aber auch mit Kollegen im Altmühltal, Ingolstadt und Rain.

[Wie wichtig sind Marketing- und Werbemaßnahmen? Welche nutzen Sie?]
Im Sprichwort „Wer nicht wirbt, der stirbt“ liegt sehr viel Wahrheit. Wir werben zwar nicht viel, aber wenn, dann gezielt und effektiv. Wichtig ist, die persönliche Betreuung der Gäste, die sehr geschätzt wird und von den Gästen auch nach außen getragen wird, so dass wir auf diesem Wege neue Gäste gewinnen.

[Sind Online-Buchungen ein Thema für Ihre Gastronomie?]
Unser Internetauftritt ist eine Selbstverständlichkeit. Online-Buchungen sind im Hotelbereich unerlässlich geworden. Im Restaurant nehmen die Anfragen für Feierlichkeiten übers Internet immer mehr zu, doch tagesaktuelle Tischreservierungen erfolgen klassisch per Telefon, Fax oder durch persönliche Absprachen.

[Wie werden Neu-Kunden auf Sie aufmerksam?]
Durch Mundpropaganda, Einträge in Hotel- und Restaurantführer, durchs Internet, Gäste-Info der Stadt Neuburg, aber auch durch Rotary- und Lions-Club als Clublokal.

[Wie binden Sie diese Kunden an sich?]
Überzeugendes Preis-/Leistungsverhältnis, Freundlichkeit und Qualität.

[Was macht die Qualität Ihres Teams aus? Was tun Sie für die Schulung und Ausbildung Ihrer Mitarbeiter?]
Wir pflegen ein harmonisches Miteinander und bauen kein Hierarchien auf.

[Welche Projekte stehen in nächster Zeit an?]
Eventuell die Einbindung des benachbarten alten Schulhauses als Ferienwohnung oder dessen Umbau zu Wohnappartments - ähnlich wie bei unserem Kocherhäuserl. Zuvor allerdings muss das Schulhaus generalsaniert werden, vom Dach über die Heizung bis hin zur Fassadenmodernisierung.

Die Fragen stellte Brigitte Karch

Weitere Informationen:
www.hotel-kirchbaur.de
www.brikada.de

[Faktenblatt]
Hotel Kirchbaur Hof
Inhaber: Johann und Sabine Gunzner
Monheimer Straße 119
D-86633 Neuburg a. d. Donau - Bittenbrunn
Tel.: 08431/619980 oder 08431/2532
Fax: 08431/41122
e-mail: info@Hotel-Kirchbaur.de
e-mail: sabine.gunzner@neusob.de
Website: www.hotel-kirchbaur.de

Beschreibung: Seit 1682 mit der Taferngerechtigkeit sowie 1752 mit der Braugerechtigkeit. 1803 in Privateigentum seither familiär geführt.
Zahl der Betten: 45
Zahl der Sitzplätze: 160
Zahl der Mitarbeiter, davon Auszubildende: 2 Hofa, 2 Köche
Gäste-Zielgruppen: Geschäftsreisende, Radfahrer, Touristen, Familien, Alleinreisende
Kooperationen: verschiedene Hotelkollegen, touristische Einrichtungen
Küche und Keller: Deftiges und Feines
Kulinarische Besonderheiten (USP): Wild aus eigener Jagd, Fischspezialitäten aus eigenem Quellwasser, eigene Hausbrennerei