Die 20-jährige Ära Gerhard Brenner mit Tochter Carmen ist zu Ende gegangen. Ein neues Kapitel in der traditionsreichen Geschichte des Münchner Hauses Café Luitpold in der Brienner Straße ist seit 1. Juli 2009 offiziell aufgeschlagen.

Tina Schmitz, Tochter des Eigentümerpaares Marika und Paul Buchner, verabschiedete Gerhard Brenner (65) und dessen Tochter Carmen, die zusammen mit dem Café Luitpold-Team, zwei Jahrzehnte lang die Tradition des Hauses getreulich fortgesetzt und zu neuer Blüte gebracht hatten.

„Mit der Übernahme des Café Luitpold als neuer Pächter habe ich mir einen lang gehegten Traum erfüllt“, betont Dr. Stephan Meier (37), der neue 1. Mann im Café Luitpold. Nach der Bäckerlehre studierte er Volks- und Betriebswirtschaft, arbeitete als Berater bei Roland Berger Strategy Consultants, Paris, und promovierte 2004 zum Doktor der Wirtschaftswissenschaften. Seit 2005 entwickelt er in der 5. Generation den ursprünglich aus München-Schwabing stammenden elterlichen Betrieb (aktuell: 17 Filialen mit 160 Mitarbeitern). Kürzlich wurde er für sein „besonders wachstumsstarkes“ Unternehmen und für die „überdurchschnittliche Steigerung der Mitarbeiterzahl und des Umsatzes“ mit der begehrten Auszeichnung „Bayerns Best 50“ ausgezeichnet.

Neuerungen sind angesagt. Bei laufendem Betrieb werden im Café Luitpold ab April nächsten Jahres sukzessive Umbauten vorgenommen und beispielsweise ein attraktives Front-Cooking eingeführt werden. Für die Kunden werden technische Highlights wie WLAN zur Verfügung stehen, auch wird man die Öffnungszeiten (mit Abendkarte) erheblich ausdehnen. Nach wie vor wird der alerte Unternehmer auf die bisherigen Café Luitpold-Sparten Laden, Gastronomie, Versand und Catering setzen. Dabei übernimmt er alle 70 Mitarbeiter. Angesagt ist aber auch die Evolution des bestehenden Konditorei-Vollsortiments mit seinen rund 120 Torten, Kuchen und Pralinen. „Kernpfeiler wie die Stilkirsche oder die siebenschichtige Prinz-Luitpold-Torte bleiben unangetastet“, verspricht der neue Café Luitpold-Pächter. Darüber hinaus werden die Kunden zukünftig die hoch qualitativen Handwerksbackwaren aus dem Hause Meier im Café Luitpold-Sortiment finden.

Einen weiteren Trumpf seiner Strategie präsentierte Stephan Meier mit der Kochlegende Otto Koch. Der kreative Vordenker und kulinarische Robinson-Club-Berater wird im Café Luitpold ausschließlich die „pikante Schiene“ mit seiner Küchenhandschrift neu prägen. Zum Auftakt präsentierte Otto Koch, der einen 4-Jahres-Vertrag für sein Engagement in der Brienner Straße in der Tasche hat, mit einem überdimensionierten Brioche, einer Art brotgebackenen Cloche. Innen ausgehöhlt und in Sandwich-Manier zusammengesetzt, verfügt diese optische Überraschung über Riesenpotential für Party-Spaß und andere Geschenkanlässe! Auch Otto Kochs berühmte „Falsche Prinzregententorte“ (eine pikante Schichttorte mit Pilzfüllung!) wird hier eine Renaissance erleben.

Mit Otto Koch hat sich Dr. Stephan Meier gewiss einen der fähigsten Köpfe kreativer Gastronomie mit ins Boot geholt. Man darf gespannt bleiben, ob das neue Café-Luitpold-Konstrukt: Konditorei/Bäckerei mit ausgebautem Anteil der pikanten Schiene für eine erfolgreiche Zukunft ausreichend tragfähig ist. Immerhin gilt es, das internationale Flair und das stets verfolgte Motto „Qualitätsstandard auf allen Ebenen“ nahtlos fortzusetzen.

Eine Herausforderung an alle Beteiligten – vor allem an den neuen Pächter Dr. Stephan Meier, die Mitarbeiter und nicht zuletzt an die Eigentümerfamilie Marika und Paul Buchner mit Tochter Tina Schmitz.
[Brigitte Karch]

Weitere Informationen:
www.cafe-luitpold.de
www.baeckereimeier.de
www.ok-hc.com
www.brikada.de