Zugleich berichtet die Gastwirtin über ihren eigenen Betrieb Forellenfhof Walgerfranz in Bad Tölz.

[Welche Themen beschäftigen die Gastronomiebranche am meisten?]
Es sind vier Grundprobleme, die die Branche besonders bedrücken: hier sind vor allem das Liquiditätsthema bzw. die knappen Finanzreserven zu nennen. Hinzu kommt, dass die Branche sehr investionslastig ist. Man muss in den eigenen Betrieb immer wieder investieren, um zeitgemäß zu sein.

Des weiteren steigen die Kosten in überdurchschnittlichem Maß im Vergleich zum Umsatz , vor allem im Energiebereich, und schließlich geschieht es immer wieder, dass der Gastronom seine eigene Arbeitskraft nicht bewerten kann - was betriebswirtschaftlich betrachtet falsch ist. Keine Branche im klassischen Sinne ist von diesen Grundproblemen ausgenommen, aber hier leidet vor allem die Gastronomie. Ja, ich möchte behaupten, wenn die Gastronomie keine anderen wirtschaftlichen Standbeine hat, ist sie fast nicht mehr überlebensfähig. Insbesondere, wenn das erwirtschaftete Einkommen die privaten Lebenskosten nicht mehr deckt, dann wird es sehr eng. Auch bei wirtschaftlich gut gehenden Betrieben gibt es dieses Problem. Dort allerdings konnte man früher mehr verdienen und somit auch mehr in die Qualitätsanhebung des Betriebes investieren. Was heute in diesem Ausmaß immer schwieriger wird.

Das Hauptproblem ist meiner Meinung nach, dass zu wenig betriebswirtschaftliche Konzepte durchdacht werden. Vieles geschieht im Betrieb mehr zufällig, dabei werden harte Fakten oftmals übersehen. Ich nehme mich dabei keinesfalls aus!

Das Thema Mehrwertsteuer-Reduzierung ist wichtig und keineswegs ein Spaßthema. Wenn es uns gelingt, hier eine Reduzierung herbeizuführen, dann haben wir alle mehr Luft, können wieder investieren und der Wirtschaftskreislauf kann sich erholen. Es sind die äußeren Umstände, die der Branche schwer zu schaffen machen. Früher hatte es genügt, fleißig zu arbeiten und man hat nach vorne gedacht. Doch das ist heutzutage nicht mehr genug. Man stößt schnell an die Grenzen, die von außen gesteckt werden, da bleibt nicht mehr viel handlungsfähiger Raum. Eine Planungsssicherheit gibt es nicht mehr.

[Kooperieren Sie als Gastwirtin vom Forellenfhof Walgerfranz mit anderen Betrieben?]
Ja, mit den Tafernwirten vom Tölzer Land. Das ist eine Gemeinschaft traditioneller Gaststätten. Alle derzeit neun Betriebe werden von den Eigentümern persönlich geführt. Jeder von uns bietet ein einzigartiges, dem jeweiligen Küchenkonzept angepasstes Speisenangebot an. Natürlich steht die bodenständige bayerische Küche im Mittelpunkt mit frischen Produkten der Region, alles liebevoll zubereitet.

[Sind Online-Buchungen ein Thema für Ihre Gastronomie?]
Das Internet hat eine große Zukunft. Wir planen zwar einen Relaunch unserer Website, doch in einem Gasthof, wie wir es sind, erwarten die Gäste die persönliche Ansprache, anders etwa als in der Systemgastronomie.

[Wie werden Neu-Kunden auf Sie aufmerksam?]
Überwiegend durch Empfehlung.

[Wie binden Sie diese Kunden an sich?]
Durch persönliche Betreuung und aufmerksamen Service unsere Mitarbeiter.

[Was tun Sie für Schulung und Ausbildung Ihrer Mitarbeiter?]
Wir schulen regelmäßig unsere Mitarbeiter in Gesprächen und Schulungen. Das gilt für Mitarbeiter in der Küche wie im Service gleichermaßen.

[Welche Investitionen bzw. Projekte stehen 2009/2010 an?]
Neuer Internetauftritt, Einrichtung eines Fischladens, Ausbau der Teichwirtschaft mit Lehrpfad.

Weitere Informationen:
www.walgerfranz.de
www.tafernwirte.de
www.brikada.de

Faktenblatt
Forellenhof Walgerfranz
Eigentümerin: Monika Poschenrieder
Bairawieser Str. 43
83646 Bad Tölz
Tel.: 08041 / 9665
Fax: 08041 / 74116
eMail: info@walgerfranz.de
Website: www.walgerfranz.de

Restaurant: Sitzplätze: Innen: 110 Plätze, außen: 150 Plätze
Zahl der Mitarbeiter: 3-4 fest Angestellte und Aushilfen, keine Auszubildenden
Angebotsschwerpunkte: Fischspezialitäten aus eigenen Teichen
Mitglied der Gemeinschaft „Die Tafernwirte“
Küche: regionaltypische Gerichte,
Alleinstellungsmerkmal (USP) Familiengeführter Gasthof mit Fischspezialitäten aus eigenen Teichen, Wildbret von Jägern der Region und eigener Hühnerhaltung.