Die Idee ist verblüffend, zeugt von gelebtem Altruismus und dem erklärten Willen, dem individuellen Einzelhandel und Kleinbetrieben des Dienstleistungsbereichs in Neuburg an der Donau mit einem bislang einmaligen Marketingkonzept neue Impulse für ein ungewöhnliches Stadtmarketing an die Hand zu geben.

Ute Patel-Missfeldt, ihres Zeichens multitalentierte Künstlerin und erfolgreiche Organisatorin der weltweit größten Schau „Mut zum Hut“ in Neuburg an der Donau, ist für ihre ungewöhnlichen Ideen weithin bekannt. So überraschte es denn letztendlich niemanden, als sie ein Konzept der breiten Öffentlichkeit vorstellte, dass wahrlich seines Gleichen sucht!

Unter dem Titel „Die lustigen Weiber von Neuburg“ präsentierte sie nahezu fünf Dutzend von ihr gezeichnete Postkarten, die zwar als Visitenkarten gedacht sind, sich aber auf ungewöhnliche Weise von den sattsam bekannten Artgenossen wohltuend unterscheiden. Der Clou das Ganzen besteht vor allem darin, dass sich bereits in der Startphase 55 Klein- und Mittelbetriebe in Neuburg spontan zum Mitmachen entschlossen. Jedes Unternehmen, darunter auch Hotels, Cafés und Gastronomiebetriebe, konnte jeweils die Rückseite einer Sammelkarte mit eigener Werbung versehen. Der Slogan „Gemeinsam bringen wir Neuburg groß raus!“, am Kartenrand angebracht, ist hier Programm.

Ab sofort liegen die jeweilige Sammelkarte in den entsprechenden Geschäften aus und dienen als liebenswürdiger Mitnahmeartikel im Souvenircharakter. Bei den Sujets handelt es sich ausschließlich um Frauen, die humorvoll-karikierend, gelegentlich heftig erotische Motive zeigen.

Die kleinen durchnummerierten Kunstwerke verführen regelrecht den Kunden zum Sammeln dieser Karten. Und genau das ist die Absicht; denn die Konsumenten sollen zum Einkauf in Neuburg nicht nur ihren Bedarf etwa an Lebensmitteln, Garten- und Pflanzenbedarf, Mode und Literatur decken oder Servicebetriebe wie Friseur, Parfümerie, Glaserei, Küchenbedarf oder etwa Papeterie aufsuchen, sondern sich gleichermaßen von den Sammelkarten auf eine ungewöhnliche Kunstroute inspirieren lassen. Auch kunstsinnige Institutionen wie Stadtwerke, Sparkasse Neuburg-Rain sowie ein Steuerberater sind mit von der Partie. Übrigens, wer nicht genügend Zeit und Muße hat, um alle beteiligten Aktionsgeschäfte zu besuchen, kann die Karten im Geschäft „Isabel-Ideenquell“ als Kompaktsatz erwerben.

Genau betrachtet entstand die Kartenidee in den Köpfen von Ute Patel-Missfeldt und Marliese Würzburger, Inhaberin vom Werkstatt-Galerie-Café in Sommerhausen, bereits vor einigen Jahren. Als sie beide das Bändchen „Kunst appetitlich ´verbackt´“, ein Backbuch der ganz besonderen Art, kreierten. Die einzelnen Buchseiten mit Backrezepten und Kartenmotiven „Weibsbilder“ wurden mit Bändern zusammengehalten, so dass man sie jederzeit lösen und einzeln herausnehmen konnte. Später entwickelte sich daraus die Kartenidee.

Ute Patel-Missfeldts selbst-ironischer Hinweis, einem „Florence Nigthingale-Syndrom“ verfallen zu sein, glaubt man gerne; denn die Sammelkarten-Teilnehmer mussten lediglich die Grafik- und Druckkosten berappen, die kleinen malerischen Kunstwerke für das Neuburger Pilotprojekt stellte die selbstlose Künstlerin kostenlos zur Verfügung. „Allerdings nur für Neuburger Einzelhandels- und Dienstleistungsbetriebe“, betont sie. Geplant ist, das Konzept auch in andere Städte zu tragen. Hierzu gibt es bereits erste Ansätze für Ingolstadt, Regensburg und Augsburg.

Man kann an dieser Stelle dem Gesamtkonzept nur einen glanzvollen Erfolg wünschen. Und sich dem Vorschlag von Sebastian Lettenmayer, einem ehemaligen Mitglied im Citymanagement von Neuburg, anschließen. Er wünscht sich Ute Patel-Missfeldt als neue Citymanagerin für den derzeitig vakanten Citymanager-Posten.
[Brigitte Karch]

Weitere Informationen:
www.brikada.de
www.artkiss.de
www.hotel-kirchbaur.de
www.cafe-huber.de
www.arco-schloesschen.com