Ihre Qualität muss immer gleich bleiben, damit sich auch der Gaumengenuss nicht verändert. Mit einem Messverfahren, das objektiv Gerüche bestimmt, können die Lebensmittelhersteller jetzt Aromen genau bewerten. Die Geruchstests helfen Firmen auch dabei, die Verarbeitung ihrer Produkte zu verbessern und verdorbene Waren frühzeitig zu erkennen. Außerdem können sie damit noch besser den Duft etwa von Kosmetikartikeln in immer gleicher Qualität produzieren. Forscher der Saar-Uni haben das grundlegende Messverfahren dafür entwickelt.

Kunden lassen sich leichter von einem Produkt überzeugen, wenn es gut riecht. Dies gilt nicht nur für Kosmetikartikel wie Taschentücher oder Shampoos, sondern auch für Textilien und Lebensmittel. Bisher musste die menschliche Nase dafür herhalten, um festzustellen, welche Ware besonders ansprechend duftet. „Diese Geruchstests sind jedoch aufwändig und teuer, da das menschliche Riechorgan schnell ermüdet. Außerdem belasten sie die menschlichen Tester, wenn es um unangenehme Gerüche geht, zum Beispiel bei verdorbenem Fisch oder ranzigem Öl“, sagt Andreas Schütze, Professor für Messtechnik der Universität des Saarlandes. Die menschliche Nase sei zudem oft ungenau. So würden etwa in Großbäckereien die angelieferten Hefepackungen nur kurz beschnuppert, was aber wenig darüber aussage, ob die Qualität noch stimme.

Die Saarbrücker Forscher haben daher ein Messverfahren entwickelt, mit dem man Gerüche objektiv bewerten kann. „Wir vergleichen Ergebnisse von Testpersonen mit den Mustern der Sensor-Messungen und können so bestimmen, ob ein Produkt für den Menschen angenehm duftet oder eben besonders unangenehm stinkt“, erläutert Thorsten Conrad von der 3S GmbH, einer Ausgründung der Universität des Saarlandes, die die Technologie marktgerecht zu entsprechenden Geräten weiterentwickelt hat und diese nun vertreibt.

Weitere Informationen:
www.lmt.uni-saarland.de
www.3S-ing.de
www.uni-saarland.de