BIONADE-Chef Peter Kowalsky: „Wir sind verpflichtet, innovativ zu sein!“

Peter Kowalsky, Geschäftsführer von BIONADE über Unternehmenskultur, Nachhaltigkeit und den Erfolgsfaktor Frau im Unternehmen. Ein Vortrag an der Fakultät für Tourismus der Hochschule München am 11. Oktober 2011.

Es ist die Erfolgsgeschichte schlechthin. Die kleine Privatbrauerei Peter in Ostheim an der Rhön steht kurz vor der Insolvenz, bevor eine geniale Erfindung das Unternehmen rettet. Inzwischen ist die Idee weltbekannt. Fast jeder folgt mittlerweile dem Werbeslogan „Trink was Gutes.“ BIONADE hat nicht nur die Eigentümer vor dem finanziellen Ruin bewahrt, diese Limonade hat den Getränkemarkt revolutioniert. Heute beschäftigt die BIONADE GmbH 120 Mitarbeiter und ist einer der größten Arbeitgeber in der strukturschwachen Rhön-Region. Das Familienunternehmen sorgt durch sein Produkt und sein Engagement für die Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaft regelmäßig für positive Schlagzeilen. Verantwortlich für den Erfolg ist der geschäftsführende Gesellschafter Peter Kowalsky. Er wurde von der Umweltorganisation WWF und der Zeitschrift „Capital“ im Jahr 2007 zum „Ökomanager des Jahres“ gewählt. Vom Axel Springer Verlag erhielt er die Auszeichnung „Mittelständler des Jahres“.

Auf Einladung von Prof. Dr. Axel Gruner spricht der Unternehmer im großen Lesesaal der Tourismusfakultät der Hochschule München vor etwa 150 Studenten. Während er mit leuchtenden Augen einen groben Einblick in das Herstellungsverfahren gewährt, wirkt es fast so, als sehne er sich zurück an seinen Braukessel. BIONADE ist das weltweit erste und einzige alkoholfreie Erfrischungsgetränk, das durch Fermentation nach dem Brauprinzip rein biologisch hergestellt wird. Die Inhaltsstoffe stammen aus kontrolliert ökologischem Anbau - für den Kunden am amtlichen Bio-Siegel erkennbar. Kowalsky nennt BIONADE ein „erfundenes Lebensmittel, das so in den Prozessen der Natur nicht hergestellt wird.“ Mit einem Augenzwinkern und einem breiten Lächeln fügt er hinzu: „Das gibt uns die Möglichkeit, darauf ein Patent anzumelden.“

Das Besondere an BIONADE: aus dem Produkt entwickelt sich die Unternehmensphilosophie. Am Anfang standen der Wunsch und das Wissen des Braumeisters Dieter Leipold, eine gesunde Kinderlimo frei von jeglicher Chemie herzustellen. Die Idee für ein gutes Produkt war geboren. „Daraus leitet sich unsere gesamte Denk- und Handlungsweise ab, “ so Kowalsky. Auch heute noch stehe das Unternehmen in der Pflicht, stets mit neuen Innovationen aufzuwarten.

Doch wie geht das? Zur Kultur bei BIONADE gehört es, dass Mitarbeiter sich trauen zu „Fragen“ und „Hinterfragen“, aber auch den Mut aufbringen, einmal einen Fehler zu machen. „Die Betonung liegt auf einmal, denn sonst muss ich mir Gedanken über die Zukunft des Mitarbeiters bei uns machen“, parliert Kowalsky. Der Saal lacht. Der Familienbetrieb hat flache Hierarchien und investiert gezielt in die Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter. Das Einstellungsverfahren ist da pragmatischer. „Da überlege ich mir schon, ob der Neue mit unserem Braumeister auch nach der Arbeit ein Bier trinken geht.“ Das kommt bei den Studenten gut an.

BIONADE - Best Practise für den Mittelstand

Besonders prägend ist der Gedanke der unternehmerischen Verantwortung, der sog. Corporate Responsibility (CR) bei BIONADE nicht nur für die eigenen Mitarbeiter, sondern auch für die Umwelt. Ein kurzweiliger Film informiert über das Projekt Bio-Landbau Rhön, durch das zum ersten Mal Bio-Holunder auf einer Fläche von 70 ha angebaut wird. Damit wird auch bei steigender Nachfrage der dauerhafte Bezug der Bio-Rohstoffe aus dem Inland gewährleistet und eine Perspektive für die ortsansässigen Bauern geboten. Außerdem ist das Unternehmen Partner der Initiative Grundwasserschutz Unterfranken. Jedes Jahr werden zusammen mit Schulkindern in großem Stil Laubbäume in der Rhön-Region gepflanzt. Kein Wunder also, dass BIONADE branchenübergreifend als Best Practise eines nachhaltigen Unternehmens dient.

Einen großen Anteil am Erfolg trägt aber nicht nur die Geschäftsleitung. „Es sind die vielen Frauen, die bei uns auch Führungspositionen besetzen“, erläutert Kowalsky, „denn mit ihnen funktioniert unser Laden einfach besser.“ Den Grund dafür habe er auch schon gefunden. „So mancher männlicher Mitarbeiter achtet darauf, dass in seinem Bereich alles gut läuft. Aber Frauen achten darauf, dass alles gut läuft.“

Erfolgsfaktoren, die sich bezahlt machen: mit einem guten Produkt, motivierten Mitarbeitern, zufriedenen Lieferanten und umfassendem Umweltschutz hat sich BIONADE in den letzten Jahren die Sympathie der Verbraucher erarbeitet. Dabei hat das Unternehmen die Region und die ureigenen Werte nie vergessen. Inspiriert von diesen Ideen, gilt es nun für die Studenten und angehenden Führungskräfte, dieses Erfolgsmodell auch in die Hotel- und Tourismusbranche zu tragen.
[Text: Maximilian Metzner]

Weitere Informationen:
<a href=http://www.bionade.com target=_blank>www.bionade.com</a>

(Der Link wurde am 27.10.2011 getestet.)