Kaffee Weizen, eine spannende Mischung aus Kaffee und Bier, kommt seit Juli 2012 im Münchner Café Guglhupf in der 0,33 l Flasche zum Ausschank. Dr. Marc Eisenbarth, Juniorchef des Familienbetriebs, mutiert damit zum Bierbrauer; denn er kombinierte die beiden bei Münchnern so beliebten Getränke: Kaffee und Weißbier. Biersommelier Stefan Grauvogl sorgte mit feiner Biernase, dass das unfiltrierte, kastanienfarbene und mit leichter Perlage versehene Kaffee Weizen nicht nur durch seine fruchtaromatischen Noten, sondern auch durch ein retro-nasales leichtes Kaffeearoma die gewünschte Verbindung zum Café erhält.

In einem aufwändigen Brau- und Zubrühverfahren entstand die obergärige Kaffeespezialität mit 13% Stammwürze und einem Alkoholgehalt von 5,5% Vol. Alc. Gut gekühlt wird sie im Café Guglhupf ausgeschenkt und ist, laut Arte-Bier Biersommelier Stefan Grauvogl, „ein genussvoller Begleiter aller Guglhupf-Leckereien.“

Entstanden ist die Idee, wie oft bei Konzepten, im gemeinsamen Gedankenaustausch. Marc Eisenbarth und Stefan Grauvogl diskutierten an einem kalten Wintertag über Glühbier und originelle Varianten als die Stichworte Kaffee und Bier fielen. Das war die Geburtsstunde vom Guglhupf Kaffee Weizen. Das Münchner Traditionsunternehmen Dallmayr liefert die geheime Kaffeemischung, die Camba Bavaria Brauerei, Truchtlaching, braut und destilliert diese obergärige Kaffeespezialität.

Dass sich diese Kaffee Weizen-Spezialität in Deutschland nicht „Bier“ nennen darf, dessen sind ich Marc Eisenbarth und Stefan Grauvogl vollauf bewusst. Immerhin steht das deutsche Reinheitsgebot von 1516 mit seinem Verbot künstlicher Aromen und Zusatzstoffe dagegen. Jenseits der deutschen Grenzen dürfte Kaffee Weizen durchaus als Bier verkauft werden. Dennoch – darin sind die beiden sich einig – will man mit Kaffee Weizen, einerseits dem wachsenden Kaffeetrend folgen, andererseits der etwas stagnierenden Bierlandschaft in Deutschland mit einem bierhaltigen Getränk einen neuen Akzent hinzufügen. Gleichwohl verstehe sich Kaffee-Weizen keineswegs als Energydrink, vor allem auch deswegen nicht, weil die zugesetzte Kaffeemenge „keinerlei Wachmachereffekt“ beinhalte, wie Biersommerlier Stefan Grauvogl versichert.

Der erste Brauversuch umfasst 10 hl. Der Vertrieb erfolgt exklusiv über das Café Guglhupf – auch im Außerhaus-Verkauf - die 0,33 Flasche zum Preis von 3,60 Euro. Ebenso vertreibt das Münchner Bier- und Oktoberfest-Museum die Kaffee Weizen-Spezialität, Restchargen werden von der Camba-Brauerei selbst vertrieben. Eine Distribution über Getränkemärkte ist nicht vorgesehen.

Premieren haben es in sich. So auch hier: der Bierschaum wollte nicht im Glas stehen. Und auch das Kaffeearoma schien sich so manch Degustationsteilnehmer nicht so recht zu erschließen. Dazu Dr. Marc Eisenbarth selbstkritisch: „Wir tüfteln noch und werden das Kaffee Weizen hinsichtlich Schaum und Geschmack optimieren.“

Ein besonderer Gag: etwa in jedem 100. Kaffee Weizen-Bierdeckel ist ein 5 oder 10-Euro-Schein versteckt. Einfach knicken und nachschauen, ob Fortuna mit spielt ...

Vorläufiges Fazit: Ein durchaus pfiffiges Konzept – die Kombination von Kaffee und Bier. Bleibt abzuwarten, wie das Café Guglhupf-Publikum reagieren wird.
[Brigitte Karch]

Weitere Informationen:
www.café-guglhupf.de