Von Anfang an stand die Löwenbrauerei den Wirtsleuten zur Seite, so dass man nun auch "100 Jahre ´Bierbezugs-Jubiläum´" festlich begehen konnte.

Ein Blick in die Familienhistorie: Nach den Eheleuten Korbinian und Katharina Schmidramsl, die den Gasthof "Neuwirt" mit Landwirtschaft 1908 erwarben, führten die Eheleute Maximilian und Antonie Schmidramsl ab 1938 das Anwesen weiter. Es folgten ab 1. Oktober 1966 Metzgermeister Max Schmidramsl sen. und Traudl Schmidramsl, gelernte Industriekauffrau mit Ausbildungserlaubnis für das Hotelgewerbe.

Beiden gelang es, durch Renovierungen und Neugestaltungen der Räumlichkeiten sowie durch mutige Umbauten bzw. Neubauten zweier Hotelbetriebe das Familienunternehmen erheblich zu erweitern. Heutzutage umfasst das "Schmidramsl-Imperium" neben dem Stammhaus Hotel Gasthof Neuwirt die Betriebe Hotel am Schlosspark, Appartement Hotel sowie Hotel Residenz.

Der Familienbetrieb wird mittlerweile vom Juniorchef und Koch, Max Schmidramsl, ebenfalls Metzgermeister, und Angelika Schmidramsl, Bürokauffrau mit Ausbilder-Erlaubnisprüfung, in der 4. Generation geführt. Mit deren beiden Kindern, Lisa-Katharina (13) und Maximilian (14), die lebhaftes Interesse für den Familienbetrieb zeigen, wächst bereits die fünfte Generation heran.

[Aktuelle Problemfelder]
Das Nichtraucherschutzgesetz hat auch beim Hotel Gasthof Neuwirt seine unerfreulichen Spuren hinterlassen. So musste der Betrieb bislang einen Umsatzrückgang von mehr als 10% hinnehmen. Mit der Gründung eines so genannten Raucherclubs will man hier verlorenes Terrain wieder zurückerobern.

Trotz gestiegener Personal- und Energiekosten sowie unerträglich hoher Mehrwertsteuerbelastungen, lassen sich die daraus resultierenden notwendigen Endverbraucherpreise am Markt nicht mehr durchsetzen. "Wir können die Preise nicht mehr erhöhen", betont Traudl Schmidramsl, Seniorchefin vom Hotel Gasthof Neuwirt, "sonst sitzen wir hier alleine in den Gasträumen." Vor allem gegen Ultimo macht sich die Sparhaltung der Gäste bemerkbar. Zudem verlegen sich junge Leute zunehmend auf private Feiern, besorgen sich die Sachen zu Endverbraucherpreisen und vermeiden teure Restaurantbesuche.

"Derzeit sind in unsern Betrieben 35 Mitarbeiter und 12 Auszubildende tätig", erklärt Traudl Schmidramsl. "Das sind fast zu viel Auszubildende; denn wenn ich knallhart rechnen würde, dürfte ich nicht so viele von ihnen weiterhin behalten", erklärt die Wirtin und ergänzt: "Viele von unseren ehemaligen Auszubildenden weisen nach der dreijährigen Lehre einen ausgezeichneten Abschluss auf und möchten sehr gerne bei uns als Angestellte weiterarbeiten. Doch nicht für alle Posten in Gastronomie und Hotellerie benötigt man so hoch qualifiziertes Personal. Vielmehr müssten wir aus Kostenüberlegungen auf 400-Euro-Kräfte zurückgreifen, da hätten wir keine Verpflichtungen und müssten weder Nebenkosten noch Urlaubs- und Weihnachtsgeld zahlen." Als möglichen Ausweg für die ausgelernten Fachkräfte sieht die Seniorchefin die Nachfrage von Arztpraxen oder Fluggesellschaften. Dort wisse man gut ausgebildetes Personal aus Gastronomie und Hotellerie zu schätzen, vor allem deren Servicebereitschaft und die Fähigkeit mit Menschen umgehen zu können.

Was für 2008/2009 angesagt ist? Konsolidierung und Aufarbeitung der Kosten, die durch Instandhaltung und durch die mehrtägige 100-jährige Jubiläum angefallen sind. Und natürlich im Marketing mächtig powern, ein von Traudl Schmidraml favorisierter Bereich. Mit "sehr erfreulich" bezeichnet sie die Tatsache, dass immer mehr junge Leute – im Gegensatz zu ihrem sonstigen Sparverhalten - Hochzeitsfeiern in die Gastronomie verlegen. "Seit Jahren führen wir so genannte Hochzeitstage durch. Nun macht sich deren Popularität für uns positiv bemerkbar."
[Brigitte Karch ]

Weitere Informationen:
www.hotelamschlosspark.de
www.brikada.de