Überwiegend geht es ziemlich herzhaft zu und man kriegt mehr als 390 Rezepte. Unerlässlich scheint „ein Schuss Maggi“ zu sein, er findet sich in mindestens einem Drittel der Rezepte, nun ja. Weiter enthält die „saarländische küchenfibel“ viele für Nicht-Saarländer zumindest auf den ersten Blick leicht rätselhafte Dinge wie Verheiradede oder Geheiratete (Kartoffeln und Mehlknödel), Geheiratete nach Saarlouiser Art, Falsche Lewwerknepp (falsche Leberknödel), Kappes un Grumbeere Durjnanner (Weißkohl-Kartoffel-Eintopf), Schwademaagge mit Mussig, Hinkelsgrumpan, Hundsärsch ….

Saarländische Rinderrouladen, Chicoree mit Elbling, Rindergulasch mit Kastanien sprechen Geniesser aus „dem übrigen Deutschland“ schon eher an. Was allerdings gleich drei Rezepte für Froschschenkel in einem Kochbuch von 2010 zu suchen haben, ist uns nicht ganz klar. Wohl aufgrund der geografischen Nähe zu Frankreich? Und dann gibt es noch ein Rezept für Maulwürfe – glücklicherweise handelt es sich dabei nur um gegrilltes Schweinefleisch.

Das Vorwort hat Christian Rach („Tafelhaus“ Hamburg) geschriebe. Er lobt die große Dichte der sehr guten Restaurants im Saarland mit „Spitzenküche und hervorragend motivierten Köchen und Köchinnen“. Dann schauen wir mal nach dem saarländischen Motto „esse un trinke sinn die drei scheensche Sache wo’s gebbd“.
[Doris Losch]

Heike Winter/Evert Kornmayer: „ saarländische küchenbibel“, mit Rezepten führender Restaurants, Softcover, 475 Seiten, 19.90 Euro, ISBN 978 3 938 173 725, erschienen im Verlag Gebrüder Kornmayer, Rödermark.