Alle Gastronomen kennen das: So mancher Gast isst sich schon an Baguette satt, die Körbchen auf dem Tisch müssen ständig nachbefüllt werden, weil die Baguette gar so kross, frisch und knusprig und wohlschmeckend ist. Auch wenn es den Predigern der „Low-Carb“-Bewegung ein Dorn im Auge sein mag, Kohlehydrate in Baguette-Form sind unwiderstehlich und haben einen erwiesenen Suchtfaktor.
Das elegante Buch porträtiert das Brot von seiner „Geburt“ am französischen Hofe Mitte des 18. Jahrhunderts bis zu seinem heutigen Rang als „teiggewordene Ikone französischer Lebensart“ (Originalzitat Buch). Statistisch gesehen lassen sich 65 Millionen Franzosen jährlich 4,8 Milliarden Baguettes schmecken. In Frankreich dürfen nur in einer Boulangerie von Hand gefertigten Baguette das Prädikat „Baguette de Tradition Francaise“ tragen.
Mit 99 verführerischen Baguette-Ideen wartet das Buch auf, vom Steak mit rotem Weinsenf bis zum Obatzten, von der Rauke bis zum Vanillequark, mit Baguette als Grundlage schmeckt allesbesser und stilvoller. Natürlich fehlen Klassiker wie Paris Beurre, Croque Monsieur und Croque Madame nicht. Originell: Ein sechsgängiges „Menü“ auf einer Baguette.
Die Fotos von Ansgar Pudenz haben das französische Flair wunderbar eingefangen. Ein Buch mit hohem Appetit- und Informationswert und einer deutlichen Prise Snobismus.
[Doris Losch]
Rainer Schillings/Ansgar Pudenz: „Baguette – Eine Gebrauchsanweisung“, 104 Seiten, mit vielen farbigen Fotos, gebunden mit Schutzumschlag, 24 Euro, ISBN 978 3 94518 00 0, erschienen im – neuen – 99pages-Verlag, Hamburg.
