Der Band, zu dem Rudolf Trefzer die Texte und Sylvan Müller die Fotos lieferten, vereint Philosophie und Küchenkunst des Fernen Ostens mit hochwertiger europäischer und internationaler Kulinarik auf hohem ästhetischen Niveau.

Inspirationen gibt es reichlich: Ebi-Shinsho mit Spargel und verlorenem Ei, Gefüllte Wachtel mit Pak-Choi, Shiitake und Peperoni, Schweinsohren in Sojasauce mit Sellerie, Rehrücken mit Mohnkruste auf Preiselbeer-Wildreis-Couscous. Wahre Kunstwerke sind dabei wie Schokoladentürmchen mit Pistazien, Pinienkernen, Zitrussorbet oder Soufflierter Hummer mit Randen und Kefen. Oder Yin und Yang vom Zicklein und Lamm mit Morchelravioli und Erbsenbramata. Da gehört schon etwas dazu.

Sollte je irgendwer gezweifelt haben, dass Kochen nichts mit Kunst zu tun hat, er wird eines Besseren belehrt. Auch wenn, Verzeihung, das Radieschen mit Kaviar und Sesam irgendwie an Clemens Wilmenrods sel. einstige gefüllte Erdbeerchen erinnert. Das tut jedoch der Perfektion dieses Werkes keinen Abbruch.
[Doris Losch]

André Jaeger: „Fischerzunft“, gebunden mit Schutzumschlag, 100 Farbfotos, 240 Seiten, 69 Euro, ISBN 978 3 03800 544 5, erschienen im AT-Verlag, Aarau und München.