Schon beim Aufblättern steigen in der Phantasie wunderbar würzige Aromen auf. Die Welt der Gewürze öffnet sich den Lesern und sie ist so viel reicher als nur Pfeffer und Salz. Zu den Gewürzen zählen Samen, Beeren, Blüten, Früchte, Kerne, Wurzeln, Rhizome, Blätter, Samenmäntel, Rinden, Säfte. Unendliche Vielfalt hält die Natur bereit, darunter hierzulande weitgehend Unbekanntes wie Sumach, Ajwain, Zitwer.
Im Plauderton führen uns die Autoren in die Antike zurück, als sich Pharaonin Hatschepsut und Pharao Ramses II. um den Gewürzhandel verdient gemacht haben, Alexander der Große den Warenaustausch voranbrachtre, die altgriechischen Gastronomen ihrer Leidenschaft für Gewürze frönten und sie auf die alten Römer übertrugen, wo – nur ein Beispiel – Apicius diese auf die kulinarische Spitze trieb. In Mitteleuropa war nicht so viel los mit dem Würzen, bis die Händler etliche Jahrhunderte später über Venedig, das u.a. durch den Gewürzhandel zur Königin der Adria aufstieg, Wunderwaren wie Pfefferkörner aus Indien, Kassie-Rinde und Zimt, Gewürznelken aus Indonesien, den in China beheimateten kostbaren Sternanis im Hafen löschten. Die Geschichte der Gewürze ist turbulent, Kriege und Intrigen finden statt, Reichtümer türmten sich auf.
Heute regt uns das unerschöpfliche Angebot an Gewürzen an, Multikulti im Kochtopf zu praktizieren. Das Buch liefert ungewöhnliche Rezepte dazu aus aller Welt inclusive stimmungsvoller Fotos von Kultur und Kulinarik aus näheren und ferneren Ecken des Globus. Nicht das schlechteste Mittel zur Völkerverständigung!
[Doris Losch]
Carolyn & Chris Caldicott: „Auf den Gewürzstraßen der Welt“, neue Köstlichkeiten aus dem World Food Café, 192 Seiten, zahlreiche farbige Fotos, gebunden , 19.90 Euro, ISBN 978 3 7725 2522 3, erschienen im Verlag Freies Geistesleben & Urachhaus, Stuttgart. Vom Deutschen Institut für Koch- und Lebenskunst ausgezeichnet als Kochbuch des Monats.
