Es beginnt düster mit rostigem Schiffsschrott und ausgetrockneten Gewässern, harte Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Rund 5 Millionen Tonnen Fisch werden jedes Jahr als Beifang über Bord geworfen, ein Drittel der Bestände sind überfischt, mit dem Zusammenbruch der Fischereibranche würden 200 Millionen Menschen ihre Lebensgrundlage verlieren.
Es wird mehrfach betont, dass diese Menschen, besonders in Entwicklungsländern, ein „einfaches, aber glückliches Leben führen“ (quod est dubitandum). Aber, nein, das Buch ist insofern zu loben, als dass sich die Deutsche See doch mit den Problemen rund um Fisch & Fischerei auseinandersetzt und die Menschen „dahinter“ in den Mittelpunkt stellt. Schrundige Hände sind zu sehen, wettergegerbte Gesichter, aber auch am Ufer spielende lachende Kinder und Arbeiterinnen in einer vietnamesischen Bio-Pangasius-Fabrik; „Die Weiterverarbeitung der Fische ist wie so oft auch in Vietnam Frauensache“, nun ja, das könnte zu denken geben.
Und zum Denken soll „Family of fish“ durchaus anregen. Dazu geeignet ist das Interview mit Dr. Christopher Zimmermann vom Institut für Ostseefischerei, der u.a. die Deutschen mahnt, für ein hochwertiges Lebensmittel wie Fisch auch höhere Preise zu akzeptieren. Rezepte gibt es im Anhang auch noch.
Zu haben ist der schwergewichtige Band gegen eine Spende für ein Kinderdorfprojekt bei der Deutschen See. Hier kann man sich auch vorab informieren, begleitet von Meeresrauschen …
[Doris Losch]
Weitere Informationen:
www. deutschesee.de/familyoffish
