Er stellt die Rezepte seiner Großmütter eigenen Rezeptvariationen gegenüber und trägt so zur Harmonisierung guter alter – und manchmal durchaus raffinierter – Hausmannskost mit modern-experimentierfreudiger „Cuisine“ bei. Nun, der Ausdruck „cuisine“ könnte in die Irre leiten – seine Vorschläge sind, worauf er großen Wert legt, nicht „überkandidelt.

Zu lesen und zu vergleichen sind u.a. Omas Rindsuppe mit Suppeneinlagen und Bernies Bouillon mit Ei und Kartoffelschaum, Omas und Bernies Schinkenfleckerlideen, Omas Brathendl und Bernies 4-Jahreszeitenhendl, Omas und Bernies Mayonnaise-Kartoffelsalat (Omas Mayo-Variante ist eben trotz Cholesteringespenst unsterblich), Omas Mohn-Wuzzinudeln und Bernies Mohn-Birnen-Flammkuchen.

Manche Bernie-Rezepte sind etwas aufwändig wie die Flower-Power-Pizza oder das Geschmorte Paprikahendl aus „Tausendundeiner Nacht“, lustig sein Einfall der „Salate auf Babybrei-Basis“, mit denen er seine „ersten kulinarischen Erfahrungen“ auf aktuellen Erwachsenenstand bringt.

Das Buch ist abwechslungsreich zu lesen, hübsch garniert mit Familienfotos der Rieders, Anekdoten und Küchentipps und einer dankenswerten Erklärung von Küchenfragen wie „Zitrone zum Schnitzel“?

Ein Lese- und Nachkochspaß für Profis und Amateure! Übrigens, das Vorwort schrieb Stefan Marquard.
[Doris Losch]

Bernie Rieder: Oma.Koch.Buch, 246 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, 29.90 Euro, ISBN 978 3 99100 048 8, erschienen im Braumüllerverlag, Wien.