Nach Hans-Ulrich Grimms Meinung wegen eines ausgeklügelten Zusammenspiels zwischen Politik, Wirtschaft und Pharmaindustrie, die sich an Diabetikern eine goldene Nase verdienen. Er zeigt die schwarzen Seiten des „weißen Goldes“ auf wie Sklaverei und Kinderarbeit (Kinder schuften für den Zucker), Zuckerförderung als Staatsaufgabe (Milliarden für die Zuckerbranche), Graf Dracula in der Blutbank (wie die Industrielobby die Zuckerpolitik der Weltgemeinschaft beeinflusst). Und so geht es weiter, u.a. mit „Auch der Krebs liebt Zucker“ und der Beschreibung, was das Zappelphilipp-Syndrom bei Kindern mit Zucker zu tun hat.

Glücklicherweise zeigt der auf Enthüllungen der Food-Branche spezialisierte Bestsellerautor Wege aus dem zuckrig-süßen Dilemma auf. Seine abschließende Erkenntnis ist ja eigentlich nicht neu, sollte aber nach der Lektüre des Buches konsequenter auch von der Gastronomie befolgt werden: Genuss und Gesundheit gehören zusammen, frische Ware von Märkten und Bauern sind zu bevorzugen.
Fazit: Wir alle tappen in die Zuckerfalle und die Gastronomie ist daran nicht so ganz unschuldig - besonders die Betriebe, die gerne zu industriell vorgefertigter Convenience greifen und das ist vermutlich die überwiegende Anzahl. Wer das Buch liest, setzt die Droge in jedem Fall sehr viel sparsamer ein als bisher. Wenn er seine Gäste liebt! Und soll bitte keiner sagen, er hätte nichts gewusst.
[Doris Losch]

Hans-Ulrich Grimm: „Garantiert gesundheitsgefährdend – Wie uns die Zucker-Mafia krank macht“, Klappbroschur, 304 Seiten, Euro 18.00, 978 3 426 27588 7, erschienen im Droemer-Verlag, München.