Er berichtet von heiteren wie auch tragischen Ereignissen und lässt die Kleinen und die Großen Bayerns Revue passieren, vom schwerhörigen Schneider bis Franz Josef Strauß. Sein Humor macht dieses Buch zu einem außerordentlichen Buch der Lebensfreude.

Wohl dem Wirt, dem schon zu Lebzeiten die Ehre von Denkmal-Charakter verliehen wird! Richard Süßmeier gehört wahrhaftig zu ihnen! Schriebe man ein Kompendium über Münchner Wirte, so dürfte er dabei niemals fehlen – zu sehr hat er selbst Wirte-Geschichte geschrieben – gelegentlich unfreiwillig, oftmals jedoch voller Verve, mit Schalk und Kabarett-reifem Auftritt.

Seine wie spielerisch daher kommenden Festreden, die er nie ohne erhöhter Rednerstellfläche (vorzugsweise auf Biertragerl stehend) vorträgt, sind ebenso rhetorische Meisterstückchen wie sein ironesker Witz und verblüffende Schlagfertigkeit. Richard Süßmeier versteht sich aber ebenso auf die leisen, zwischenmenschlichen Töne. Auch hierbei zeigt er Größe, gleichwohl vermag er unaufdringliche Anteilnahme und in sich gekehrte Trauerarbeit zu leisten – dort, wo es ihn im Innersten trifft ... immer dann, wenn es heißt, im Privat- und im Freundeskreis Abschied zu nehmen.

Richard Süßmeier: "Der Napoleon der Wirte", aufgezeichnet von Bernd Dost, 250 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,90 Euro, ISBN: 3636015141, erschienen im Verlag: Redline GmbH.