Ihre Geschichte währte rund fünf Jahrhunderte. Sie schufen die ersten Städte nördlich der Alpen, waren großartige Künstler, trieben Handel und prägten Münzen. Sie kannten auch die Schrift, hinterließen aber keine Literatur – und keine Kochrezepte. Einblicke in die keltische Küche geben nur die Erkenntnisse der Archäologen und die Berichte antiker Autoren über die Gastmahle der Kelten und ihre angeblich barbarischen Sitten. Dennoch ist es dem Archäologen und Hobbykoch Achim Werner gelungen, mit Phantasie und Experimentierfreude mögliche Kochrezepte der Kelten realitätsnah nachzuempfinden und für uns praktikabel umzusetzen. Er beschäftigt sich seit 20 Jahren mit der Ernährung unserer Vorfahren und hat das Kochbuch "SteinzeitMahlzeit" geschrieben, das ihm den Beinamen "Fünf-Steine-Koch" einbrachte.
Unterstützt von Profiköchen, hat er den Speisezettel der Kelten getestet und 60 schmackhafte und gesunde Gerichte – von der Suppe über Braten und Gemüse bis zur Süßspeise - entwickelt, die auf die heutige Küche zugeschnitten sind. Das Buch bietet außerdem viele historische und praktische Hinweise, eine Bestimmungshilfe für Wildkräuter und sogar Anweisungen für die Herstellung von Met. Kreativen Gastronomen könnte es Anregungen für originelle und attraktive Spezialitätenwochen geben. Wer würde nicht neugierig sein auf Gerichte wie Hähnchenschenkel in Waldmeister-Met-Sauce, Rumpsteaks mit Erbsen-Minze-Püree, Salbeibratwurst mit Bärlauchsenf oder Dinkelkringel mit Honig und Mohn?
[Isolde Bräckle]

Achim Werner "Keltische Kochbarkeiten. Mit 60 Rezepten vom Fünf-Steine-Koch", 96 Seiten mit 81 farbigen Abbildungen, kartoniert, 12,90 Euro, ISBN 978-8062-2085-8, erschienen im Konrad Theiss Verlag Stuttgart.