Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil lud zur Jahrespressekonferenz „Tourismus 2010“ auf der Freizeitmesse fr.e.e in München ein. Sie stand unter dem Motto „Erfolg durch Inspiration, Innovation, Interaktion“.

„Nie hatten wir mehr Gäste als im vergangenen Jahr: es waren 28 Millionen“, erklärte Martin Zeil. Mit rund 78 Mio. Übernachtungen erreichte Bayern seit 2001 erstmals wieder ein Rekordniveau. Der Bayerische Staat hatte im vergangenen Jahr rund 48 Mio. Euro in die touristische Infrastruktur investiert. 266 Projekte mit einem Volumen von 200 Mio. Euro wurden dabei realisiert und über 3.000 Arbeitsplätze in Bayern gesichert bzw. neu geschaffen.

Mit einem „einfachen Erfolgsrezept mit zwei zentralen Leitgedanken“ will der Wirtschaftsminister
Bayerns Tourismus im weltweiten Wettbewerb um Gäste und Urlaubsorte punkten: so müssen die Destinationen und Leistungsanbieter „kreativ, innovativ und qualitativ hochwertig“ sein. Und ein Zweites: „Die Politik muss die Rahmenbedingunen für eine freien Wettbewerb gestalten“, so der Minister.

Erneut verteidigte Zeil die Senkung der Mehrwertsteuer für die Hotellerie. Die dadurch für die Beherbergungsbranche freigewordenen Gelder flossen weitgehend in mittelständische, regionale Handwerksbetriebe. Sie bewirkten die prognostizierte Wertschöpfung. Inwiefern es aber auch für die Gastronomie gleichermaßen eine Mehrwertsteuersenkung geben könnte, hänge davon ab, wann es zu einer Gesamtregelung auf Bundesebene komme. Derzeit allerdings gäbe es dafür keine Spielräume.

Aus Sicht des DEHOGA Bayern war Beilngries in 2010 die erste Stadt, die als ServiceQualitäts-Stadt ausgezeichnet wurde. Wie Ulrich N. Brandl, Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Bayern e.V. (BHG), weiterhin sagte, gibt es derzeit 270 zertifizierte Betriebe und 1.800 ausgebildete Qualitätscoaches. Auch bei anderen Branchen wie etwa im Klinik- oder Apothekenbereich sowie in der Friseurbranche stößt das Konzept auf Zuspruch.

Bei der Hotelklassifizierung liegen die Schwerpunkte nunmehr in den Bereichen Wellness, Qualitätsmanagement sowie Schlafkomfort. Zudem sind seit 1. Januar 2011 die Hotelverbände von Estland, Lettland und Litauen Mitglieder der Hotelstars Union. Sie alle werden die Hotelklassifizierung einführen. Damit kommt man dem Konzept harmonisierter Hotelsterne in Europa näher. Darüber hinaus steht die Klassifizierung für Gasthöfe, Gasthäuser und Pensionen an.

Abschließend unterstrich Brandl, dass der Verband „mehr denn je strategische Bündnisse eingehe“ wie etwa mit dem Bayerischen Heilbäder-Verband.

„Innovation gibt den Ton an“, nach diesem Motto ging auch der Bayerische Heilbäder-Verband neue Wege. Mit Unterstützung des Bayerischen Wirtschaftsministeriums habe man mit Handy-Apps den Kurgästen einen modernen Urlaub am Puls der Zeit ermöglicht, betonte Klaus Holetschek, 1. Vorsitzender des Bayerischen Heilbäder-Verbandes (BHV). Die Einführung von e-Bikes, der Start von Google Street View des Kurortes Bad Oberstaufen sowie der Beitritt des BHV auf dem Internet-Videoportal YouTube zählen hier ebenso dazu. Erklärtes BHV-Ziel sei es, so Holetschek, das Kur-Image zu modernisieren sowie eine strategische Zusammenarbeit in der Gesundheitswirtschaft zu erreichen. Auch müssten die beiden Mega-Trends Gesundheit und Prävention in den Vordergrund gestellt werden.

„Wir müssen unsere Gäste gemeinsam begeistern, Stammgäste immer wieder neu überraschen und neue Gäste gewinnen“, unterstrich Sybille Wiedenmann, Geschäftsführerin der BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH (by.TM).

Wie Frau Wiedenmann erklärte, werde in 2011 erneut der bayerische Innovationstag für die Tourismus- und Freizeitwirtschaft mit Verleihung des Innovationspreises für Angebotsgestaltung (Medienpaket im Wert von 50.000 Euro) stattfinden.

Die by.TM sieht sich selbst in einer Vorreiterrolle für innovative Konzepte, „verbunden mit der klaren Aufgabe, die Branche mitzunehmen und neue Impulse zu setzen“, so die Geschäftsführerin.
Das als Kinderland-Hauptstadt ausgelobte Bad Hindelang im Allgäu werde im Mittelpunkt neuer Angebote im Bereich Familienurlaub stehen.

Die by.TM setzt aber nicht nur das klassische Event-Marketing fort, sondern besetzt auch das Thema Social Media mit umfangreichen Aktivitäten. Facebook, YouTube, Angebote an die bayerische Filmwirtschaft, Bayerns reizvolle Drehorte mit einzubeziehen, sind hier ebenso aktuell wie die Zusammenarbeit mit den Medien, denen man große Multiplikatoren-Wirkung zuschreibt. So habe die by.TM beispielsweise rund 50 Themen für Medien der Ski-WM vorbereitet – von der Geschichte des Skis bis zum Geigenbaumuseum - „und damit ein Millionenpublikum in der Welt erreicht“, erklärt Sybille Wiedenmann abschließend.

Weitere Informationen:
www.stmwivt.bayern.de
www.dehoga-bayern.de
www.gesundes-bayern.de
www.kinderland-hauptstadt.de
www.bayern.by