Das "Mariandl" ist ein offener Geheimtipp. Jeden Freitag finden im Café am Beethovenplatz – das Café ist das Herzstück des Hotels – Konzerte von Jazz bis Klassik statt. Das Café ist Münchens ältestes Konzertcafé. Bei schlechtem Wetter sitzt man drinnen auf original Thonet-Stühlen, im Sommer nimmt das Publikum im kleinen, aber romantisch-stimmungsvollen Hof Platz. Erbaut wurde das Hotel 1897 im neugotischen Stil. Fast hundert Jahre später, 1996, haben es die heutigen Inhaber Rudolf Bayer und Josef Bachmaier behutsam renoviert. Es blieb einfach stilvoll, ganz ohne modische "Lifestyle"-Ambitionen. Parkett, Kronleuchter, die schummrige Bar, die Thonet-Stühle – alles besitzt eine liebenswerte Patina. Besonders begehrt sind die Zimmer, in denen eine dieser altehrwürdigen Badewannen mit Füßen mitten im Zimmer steht – soll ein ganz neues Badeerlebnis bescheren.

Es lässt sich auch gut essen im „Mariandl“. Wer es nicht kennt, ist von der Speisenqualität überrascht. Nicht zuletzt die Desserts, hergestellt "vom besten Pâtissier Deutschlands", wie Hotelier Rudolf Bayer schwärmte, dem Amerikaner Bill Fehn, überzeugen auch anspruchsvolle Gaumen, so etwa helle Kardamommousse mit Basilikumgelee und Walderdbeeren. Die Weinauswahl fällt ebenfalls aus dem Rahmen, beispielsweise mit einem Lemberger eines kleinen privaten Weinguts in Württemberg.

Das Mariandl buchen vor allem Künstler, Individualisten und Gäste, die weniger Wert auf Schicki-Micki-Atmosphäre legen, aber Atmosphäre und Gemütlichkeit schätzen. Nachzulesen im Merian-Reiseführer München.
[Doris Losch]

Weitere Informationen:
www.mariandl.com
www.travel-house-media.de
www.brikada.de