


Veganes Protein aus dem Augsburger Land
Forschungsgruppe startet Pilotprojekt „Phönix“ in Ustersbacher Brauerei
Ustersbach. - Das Entwicklerduo aus Prof. emer. Dr. Waldemar Reule, und Dr. Rainer Gottschalk, Dozent für Maschinenbau und Erneuerbare Energien, hat einen Prozess zur Gewinnung veganen Proteins aus Braugetreide und Bierhefe konzipiert und patentiert und dazu gemeinsam mit dem Freisinger Sudhausspezialisten Steinecker eine 3-Stufen-Anlage konstruiert, die nun als Pilotanlage unter dem Projektnamen „Phönix“ in der Ustersbacher Brauerei installiert wird.
Warum die Wahl auf Ustersbacher als Projektpartner fiel: „Die Voraussetzungen in der Ustersbacher Brauerei sind ideal“, so Dr. Ralph Schneid, der die Verhandlungen für den Vertragspartner Steinecker aus Freising geführt hat: „In den vergangenen zehn Jahren hat die Ustersbacher Brauerei in Zusammenarbeit mit uns als Anlagenbauer zahlreiche Maßnahmen unseres Brewnomic-Konzepts für den energieautarken Betrieb einer Brauerei durchgeführt. Die Gewinnung veganen Proteins, die Herstellung eines wertvollen Mineraldüngers und die energetische Verwertung der Stoffe, die nach dem Bierbrauen von Getreide und Bierhefe übrig bleiben - das sind konsequente Schritte, um – daher auch der Projektname „Phönix“ - auch die Reststoffe aus der Bierherstellung möglichst nachhaltig einzusetzen“, so der Leiter Produktentwicklung Brauereianlagen beim bayerischen Anlagenbauer, der gemeinsam mit Steinecker-Geschäftsführer Dirk Haemling nach Ustersbach gekommen war.
Der „Grüne Weg der Gelben Marke“ – das Nachhaltigkeitskonzept der Ustersbacher Brauerei
Neben dem Bierbrauen liegt in den Genen der Familie auch die Liebe zur Natur, deshalb werden alle Getränke so hergestellt, dass dabei die Natur bestmöglich geschont wird. Das Ziel ist dabei, Deutschlands energieeffizienteste Brauerei zu werden. Inhaberin und Geschäftsführerin Stephanie Schmid: "Unsere Lage inmitten des Naturparks ist ein Geschenk das auch verpflichtet. Ein wichtiger Teil unserer Unternehmensphilosophie ist es daher, nicht nur Biere höchster Qualität zu brauen und beste Erfrischungsgetränke herzustellen, sondern dies auch so zu tun, dass dabei die Natur bestmöglich geschont wird.“
Über Jahre wurde das Zusammenspiel von Kälte und Wärme in der Brauerei optimiert, um den CO2-Ausstoß der Brauerei zu senken. Im Hinblick auf die Energieeffizienz nimmt die Ustersbacher Brauerei mit ihren 100 Beschäftigten in Sachen klimaschonender Getränkeherstellung eine klare Vorreiterrolle ein.
Ein neuer Meilenstein wurde am 15. Februar 2022 gesetzt, und zwar mit der Vertragsunterzeichnung zur Erstellung der Pilotanlage. „Wir können dann auch aus unseren Reststoffen Biogas für den Betrieb unseres Blockheizkraftwerks gewinnen, das macht absolut Sinn und uns wieder ein Stück unabhängiger von fossiler Energie“, so Josef Geh, technischer Leiter der Brauerei Ustersbach.
Veganes Protein aus Braumalz und Hefe
Neben der Nutzung der Energie, die nach der Bierherstellung noch sowohl in den Getreideresten als auch in der überschüssigen Hefe steckt, gewinnt sie auch veganes Protein aus diesen beiden wertvollen Bierrohstoffen Malz und Hefe.
Durch den Trend zu einer nachhaltigen, gesunden und veganen Lebensweise steigt in der produzierenden Industrie die Nachfrage nach pflanzlichen Proteinquellen. Nicht nur Molkereien und Lebensmittelbetriebe, auch die Kosmetikindustrie und der Bereich der Nahrungsergänzungsmittel gehören zu potenziellen Abnehmern. Hier gilt es noch, den oder die richtigen Partner zu finden.
„Veganes Protein ist für uns komplettes Neuland, da haben wir noch kein Netzwerk, doch wir sind zuversichtlich, einen Abnehmer für das wertvolle Eiweiß zu finden, der zu uns passt. Denkbar wäre auch, selbst einen Proteindrink herzustellen“, so Brauereichefin Stephanie Schmid.
(Quelle: Brauerei Ustersbach)
Weitere Informationen:
www.ustersbacher.com
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