So geschehen dem neuen Präsidenten des DEHOGA Bayern, Siegfried Gallus. Der, erst vor rund zwei Monaten als rühriger Hotelier und Gastronom aus dem bisweilen verträumt wirkenden Beilngries in das hektisch-pulsierende München an die Spitze eines etwa 14.000 Mitglieder umfassenden Verbandes gewählt wurde. Mit Ehrenämtern und Mitgliedschaften als versierter Branchenkenner ausgewiesen, hat Gallus sich auf seine persönlichen Fahnen geschrieben: "Kreativ und effizient die Interessen des bayerischen Hotel- und Gaststättengewerbes in der bayerische Landespolitik sowie in den überregionalen Organisationen der Branche zu vertreten".
Mit dem Alleingang, der Forderung nach einem generellem Rauchverbot in allen öffentlichen Räumen, also auch in Bierzelten, Vereinsheimen und bei allen Veranstaltungen, bei denen eine größere Anzahl von Menschen zusammentrifft...", hat Gallus mit der Anti-Qualm-Forderung ein heißes Eisen beherzt angefasst – ein in Deutschland ohnehin hoch brisantes Thema, behaftet mit großer Ignoranz über die gesundheitlichen Risiken und beängstigender Rücksichtslosigkeit gegenüber Kindern und Nichtrauchern.
Gallus weiß zwar den Großen Vorstand des DEHOGA Bayern hinter sich und auch den überwiegenden Teil seiner Kollegen aus Hotellerie und Gastronomie (lt. der jüngsten DEHOGA Bayern-Umfrage). Zudem gelang es ihm, den Schwarzen (Entscheidungs-)Peter der Bayerischen Regierung zurück zuschieben. Dabei kann er durchaus davon ausgehen, dass sie die mutige Entscheidung eines bayernweiten Rauchverbots treffen wird. Alles in allem kein ungeschickter Schachzug, zumal sich Gallus auf unwiderlegbare Argumente "Wettbewerbsgleichheit und Mitarbeiterschutz" berufen kann.
Weniger klug freilich war es wohl, mit dieser DEHOGA Bayern-Entscheidung ohne Absprache mit dem DEHOGA bundesweit vorzupreschen, noch sich zuvor einer mehrheitlichen Zustimmung der etablierten Münchner Wiesnwirte sicher zu sein. So fühlen sich die einen mindestens düpiert, die anderen offenbar bodenlos verärgert.
Bleibt abzuwarten, ob sich Politik und das Hotel- und Gaststättengewerbe in Deutschland zu einer "gesunden Lösung" durchringen können und nicht bei "Schall und Rauch" hängen bleiben. Das Ausland jedenfalls schaut dem Rauchverbots-Treiben des deutschen Michels verständnislos zu. In Italien, Frankreich oder beispielsweise Irland scheint dies alles längst kein Thema mehr zu sein....dort haben sich Nichtraucher und Wirte längst mit einem für alle Beteiligten akzeptablen Rauchverbot arrangiert!
Brigitte Karch
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