Der BSI unterstreicht anlässlich der Suchtwoche "Verantwortung setzt die Grenze", die unter der Schirmherrschaft der Drogenbeauftragen der Bundesregierung, Sabine Bätzing, steht, dass die Institutionen der Gesundheitspolitik und der BSI gemeinsame Ziele verfolgen: Die Bekämpfung eines missbräuchlichen und schädlichen Konsums und die Förderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit alkoholhaltigen Getränken. In der Forderung nach einer allgemeinen und pauschalen Konsumreduzierung stimmt die Branche nicht mit den Initiatoren der Suchtwoche überein: Missbrauchsbekämpfung muss sich ganz gezielt an diejenigen richten, die alkoholhaltige Getränke gesundheitsschädigend konsumieren bzw. aufgrund sozialer Bedingungen besonders gefährdet sind, einen missbräuchlichen Konsum zu entwickeln.
"Wenn die Mehrheit (ca. 85 %) der Bevölkerung, die heute alkoholhaltige Getränke verantwortungsbewusst genießt, noch weniger trinkt, ist gesundheitspolitisch nichts gewonnen. Wir müssen in der Missbrauchsbekämpfung und Prävention ganz gezielt agieren – auf der Basis wissenschaftlich fundierter Erkenntnisse über die Ursachen des Missbrauchs. Auf dieser Basis leistet die Branche bereits heute einen nachhaltigen Beitrag und bietet jederzeit ihre Mitarbeit an.", so BSI-Geschäftsführerin Angelika Wiesgen-Pick.
Mit dem "Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung" setzt der BSI auf gezielte, kontinuierliche und nachhaltige Präventionskampagnen: Aktuelles Projekt des Arbeitskreises ist die Kampagne "Klartext reden!" zur Unterstützung der Alkoholprävention in Familien, die sich mit Eltern-Workshops, Broschüren und Internetauftritt an die Eltern als wichtige Vorbilder wendet. Allein im Juni 2007 finden deutschlandweit zehn Informationsveranstaltungen im Rahmen der Kampagne "Klartext reden!" statt. Die wissenschaftliche Evaluierung der Kampagne in Kooperation mit der Universität Bonn hat gezeigt, dass die gesteckten Ziele erreicht, und Eltern in die Lage versetzt werden, den offenen Dialog mit ihren Kindern zu führen und Grenzen durchzusetzen.
Der "Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung" setzt darüber hinaus eine Vielzahl weiterer Maßnahmen zur Aufklärung und zur Verbesserung des Jugendschutzes sowie zur Verhaltensänderung in bestimmten Situationen (Verkehr, Schwangerschaft, Stillzeit, Arbeitsplatz, Medikamenteneinnahme) um:
+ Er fördert das Konzept "Prästo" in Niedersachsen, bei dem Fahrschülerinnen und Fahrschüler im Rahmen der Fahrschulausbildung von gleichaltrigen über die Risiken von Alkohol am Steuer aufgeklärt werden.
+ Er fördert zusammen mit den Dachverbänden der Branchen Bier, Wein und Sekt die Kampagne "Don`t drink and drive", die im Sommer 2007 mit einem neuen Internetauftritt und Events an den Start gehen wird.
+ Er fördert die Broschüre "Hinsehen – zuhören – ansprechen – Ein Leitfaden für die kollegiale Hilfe" mit dem Ziel, auch am Arbeitsplatz das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Konsum von alkoholhaltigen Getränken zu stärken.
+ Der "Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung" wird im Herbst 2007 eine "Schulungsinitiative Jugendschutz" vorstellen, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Handel und Gastronomie besser für die praktische Umsetzung des Jugendschutzes zu rüsten und zu motivieren.
Im Mai stellte der BSI der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Sabine Bätzing, einen Maßnahmen-Katalog der Branche gegen "Flatrate"- und "All-you-can-drink"-Angebote vor: Der BSI distanziert sich darin entschieden von so genannten "Flatrate"- oder "All-you-can-drink"-Angeboten und fordert Diskotheken und Gastronomie zum Verzicht auf preisaggressive Dumping-Angebote für alkoholhaltige Getränke auf. Weiterhin verpflichten sich die Mitgliedsunternehmen des BSI, "durch konsequente Maßnahmen im Rahmen ihrer Einflussmöglichkeiten auf solche Diskotheken und gastronomische Betriebe einzuwirken, die zum Missbrauch verleitende Angebote mit ihren Produkten unterbreiten – mit dem Ziel, diese Angebote einzudämmen".
Der BSI begrüßt ausdrücklich die Breite der gesellschaftlichen Gruppierungen, die sich an der Suchtwoche beteiligen, um im gesamtgesellschaftlichen Kontext Verantwortung zu übernehmen. Der BSI leistet durch die diversen Präventions- und Aufklärungskampagnen einen nachhaltigen Beitrag zur Förderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit alkoholhaltigen Getränken und schließt sich dem Motto der Suchtwoche "Verantwortung setzt die Grenze" an.
Weitere Informationen: |www.klartext-reden.de| und |www.spirituosen-verband.de|
(Die Links wurden am 06.06.2007 getestet.)
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