Es schadet sicher auch Weinprofis und –kennern nicht, in diesem Buch zu blättern. Es sei denn, sie könnten auf Anhieb alle Etikett-Pflichtangaben benennen, den Aufbau von Rebstock und Beere erklären, die bedeutendsten roten und weißen Rebsorten aufzählen, zur richtigen Lagerung beraten und die Tricks mit den Holz-Chips entzaubern?

Ein Jahr im Weinberg passiert Revue, die Weinbauländer der Erde werden vorgestellt, ein historischer Exkurs veranschaulicht den langen Weg des Weins vom „Wein“ im alten Ägypten zur heutigen Qualität. Und es war ja was los in der Geschichte. Götter wie Dionysos und Bacchus hatten ihre Finger im Spiel, Karl der Große, der alte Tausendsassa, hat sich um den Weinbau verdient gemacht, im 19. Jahrhundert vernichtete die Reblaus fast die gesamte europäische Weinwirtschaft. Heute produziert Europa so gute Weine wie noch nie.

Dass nach Meinung Jens Priewes guter Wein nicht zwangsläufig teuer sein muss und auch im Supermarkt sehr trinkenswerte Tröpfchen im Regal stehen, beruhigt alle, die einfach gerne Wein trinken, ohne sich lange über Primär-, Sekundär- und Tertiäraromen aufzuhalten, aber vielleicht Spaß haben, diese zu entdecken – das Buch enthält das Kapitel „Ordnung im Chaos der Aromen“.

Bestimmt rümpfen einige die Nase über „Weinschlauch: Alternative zur Flasche“ (der Autor hebt die bessere Umweltbilanz von Schlauchwein im Vergleich zu in Flaschen abgefülltem Wein hervor).

Weitere Stichwörter: Champagnermethode, Weinstein, Korken aus Kork oder Glas, das passende Glas, die richtige Trinktemperatur. [Doris Losch]

Jens Priewe: Grundkurs Wein – Alles, was man über Wein wissen sollte, Hardcover, zahlreiche Abbildungen, 168 Seiten, 19.95 Euro, ISBN 978 3 89883 283 0, erschienen im Verlag Zabert Sandmann, München.

Ein Beitrag aus seiner Zeit.

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