Evert Kornmayer hat tief in die Rezept-Schatzkiste gegriffen. Klar, dass Frankfurter Kranz, Bethmännchen, Handkäs mit Musik und die Grüne Soß‘ (nicht Sauce, wie der Autor energisch anmerkt) mit dabei sind. Die kennt ja jeder. Aber allein schon die Frikadellen nach Art von Goethes Großmutter – mit Zitronensaft, Gewürznelken, Muskat, Ingwer – machen Lust auf Neues.

Goethe wird überhaupt gerne zitiert, zu Recht, soll er doch – einer der ersten freiwillig kochenden Männer am Herd? – gerne persönlich eine leichte Sagosuppe mit Eierstich zubereitet haben. Seine lustige Tante Johanna Maria Melber steuert ein Zanderrezept bei. Goethes Großeltern haben übrigens die Gaststätte „Der Weidenhof“ betrieben, die Liebe zu gutem Essen scheint in der Goethe’schen Sippe genetisch zu sein.

Doch „Das große Frankfurter Kochbuch“ ist keinesfalls ein historisches. Frankfurter Sushi, Handkäse-Carpaccio, Spaghetti mit Frankfurter Pesto, Rauschersorbet stehen im Rezeptverzeichnis, Freunde der deftiger Genüsse sind mit Ebbelschesbraten, Mausohrensuppe, Rippchen mit Kraut, Adler-Hähnchen bestens bedient. Unter dem Kapitel „Marmeladen und Eingemachtes“ finden wir u.a. „Quetschelatwersch“.

Runterzuspülen ist alles natürlich mit Äppelwoi. Besonders die Sauerkrautsuppe, die wir nun nicht sooo toll finden ebenso wie die bleichen Fotos. Doch das ganze Buch ist toll und macht als Geschenk (2,1 kg) richtig was her. [Doris Losch]

Evert Kornmayer: „Das große Frankfurter Kochbuch“, 512 Seiten, 227 Fotos, Euro 19.90, ISBN 978 3 942051 29 3, erschienen im Verlag Gebrüder Kornmayer, Frankfurt.

Ein Beitrag aus seiner Zeit.

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