Nur 30 Minuten Arbeit verlangt Slow Pork (drei Stunden brat sich der Braten selbst), ein Schweinehals-Rezept aus dem Kapitel „Lange Garzeit, wenig Arbeit“. Für den Herbst vormerken könnte man Kürbisgnocchi mit geschmortem Radicchio (10 Minuten). Rund 15 Minuten brauchen Zanderfilets in verrücktem Wasser (ja, es heißt wirklich so). Ein effektvolles Dessert ist der Yufka-Pflaumenkuchen (20 Minuten). Sommer-Hits könnten Aglio, olio e pomodorini werden und Reisnudeln mit Knuspergarnelen (beide 15 Minuten).
Nicht von ungefähr finden wir Kapitel wie „Zeit für Kinder“ (schnell, gemütlich, gesund) und „Zeitmanagement“ (Kochen für Gäste). Hier zeigt sich der Einfluss von Gerlachs Ehefrau, der Autorin Susanna Bingemer mit dem weiblichen Blick auf die Ernährung von Familie und hungrigen Freunden.
Einen originellen Zugang hat Hans Gerlach zu Teig, widmet ihm das Kapitel „Schneiden, kneten, meditieren“ und behauptet glatt, Hefeteig sei ein geknetetes Mantra“. Ein klarer Fall von Küchenphilosophie, denn er schreibt: „Depse Diem – Knete den Tag“. Dem ist nichts hinzuzufügen. Bei der weiteren Inspiration hilft Prosecco mit Quittensirup (10 Minuten). [Doris Losch]
Hans Gerlach „Kochen fast ohne Zeit“, gebunden, 192 Seiten, 100 Abb., ISBN 978-3-442-39139-4, erschienen bei Mosaik-Goldmann, München.
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