Jahrzehntelang ist kein einziger Nichtraucher gefragt worden, wie es denn mit seiner Entscheidungsfreiheit ums Nichtrauchen und Gesundbleibenwollen bestellt ist. Für Raucher war es immer selbstverständlich, die Toleranz der Nichtraucher einzufordern und nutzten deren Wehrlosigkeit schamlos aus; denn wer wagte es schon, lauthals in der Öffentlichkeit seinen Unmut übers Rauchen zu äußern, ohne dass es rabiate Gegenkommentare gehagelt hätte.

Ein Weiteres: wenn diese Raucher erkranken, dann rechnen sie selbstverständlich mit den Wohltaten der Solidargemeinschaft, die mit ihren Beiträgen in die Krankenkassen die schlimmen, ja tödlichen Folgen solcher Raucherleidenschaft ungefragt mit zutragen haben.

Wenn dann noch das urbaierische Motto "Leben und leben lassen" kräftig zitiert wird, glaubt man sich in einer anderen Welt. Welch Raucher ist denn so einsichtig, diesen an sich wohllöblichen Wahlspruch nicht nur für sich, sondern ebenso für seine nichtrauchenden Mitmenschen gelten zu lassen!

Und: Wer schützt eigentlich die Mitarbeiter in den gastgewerblichen Betrieben vor gesundheitsschädlichem Rauchen? Der flapsige Hinweis "Die rauchen ja mit am meisten" erscheint in diesem Zusammenhang dann auch nur wieder als bequeme Ausrede für angesagte, jedoch unbequeme Verhaltensänderung. [Brigitte Karch]

Ein Beitrag aus seiner Zeit.

Dieser Text wird als Teil des Dagusta-Archivs bewahrt und nicht mehr aktualisiert. Termine, Angebote und externe Verweise können inzwischen überholt sein.