Anlass der gesund-köstlichen Schlemmerei war ein dem deutschen Apfel gewidmeter Abend. Vertreter deutscher Erzeugerorganisationen plauderten mit Pressevertretern über bekannte und unbekannte Facetten der wohlschmeckenden Vitaminkugel.
Dr. Ulrich Mayr vom Kompetenzzentrum Obstbau Ravensburg lobt die Ernte 2011: „Viel Sonnenschein im Frühling und im Herbst haben die Äpfel bestens gedeihen lassen. Es war ein Superjahr.“ Die Bodenseeregion zählt gemeinsam mit dem Alten Land bei Hamburg, dem Rheinland und dem Neckargebiet zu den wirtschaftlich bedeutendsten deutschen Apfelanbaugebieten.
Größter Apfelerzeuger der Welt ist China mit 40 Prozent der Weltapfelernte bzw. 32 Millionen t. Vergleich: Die gesamte EU ist mit rund 10 Millionen t dabei. China exportiert allerdings so gut wie nichts, sie essen alles selber. 80 % der chinesischen Äpfel sind von der Sorte Fuji, die hierzulande unter der Bezeichnung Kiku auftaucht und auf einen Zweig zurück geht, den ein Südtiroler Apfelfachmann vor 20 Jahren von einer Reise nach Japan mitbrachte. Seit 2003 wird der rubinrot gestreifte Kiku hauptsächlich in Mittelbaden und am Bodensee angebaut.
Aber es gibt noch mehr neue Apfelsorten wie der in der Rosteria heftig beworbene Kanzi, ein „Kind“ der Sorten Gala und Braeburn. Die neuen Sorten sind eine Anpassung an den gewandelten Verbrauchergeschmack. Weshalb alte Namen wie Goldparmän, Glockenapfel und Renette nahezu verschwunden sind. Die fünf beliebtesten heißen heute Elstar, Jonagold, Jonagored, Braeburn, Gala. Steigende Nachfrage erfahren u.a. Topaz, der meistens in Bio-Qualität auf den Markt kommt, und die ebenfalls neue Varietät Cameo. Demnächst geht die jüngste Sorte an den Start, „Greenstar“, ein grüner Apfel, der als saftig und erfrischend säuerlich gerühmt wird.
Christoph Nauheimer hat den Greenstar in seiner Komposition „Espuma von der Stopfleber mit Greenstargelee und Shizokresse“ verarbeitet. Jonagold kam im Cappuccino von Kartoffel und Jonagold mit Zitronengras, Ingwer und Kokosschaum zu Ehren, hohes Lob verdienten das Gegrillte Heilbuttfilet auf Risotto mit Bohnen und Fenchel mit Gala Cidre Thymian Sabayon und die Hirschlende mit Boskoop-Sellerie-Püree. Nicht zu vergessen den Kleinen Strudel mit Cox Orange, Mandeln und Schmand.
Am Ende des Abends verstand jeder, dass Eva Adam mit einem Apfel verführt hat. Was aber eigentlich nicht stimmt – es soll nämlich ein Granatapfel gewesen sein, wie Dr. Ulrich Mayr wusste. [Text und Foto: Doris Losch]
Weitere Informationen: www.brikada.de www.deutsches-obst-und-gemuese.de
(Die Links wurden am 10.11.2011 getestet.)
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