Ein Beispiel: Die „Gaststätte Franz“ war viele Jahre in Tecklenburg-Brochterbeck eine Institution für Kaffee und Kuchen, Familienfeiern und den „Tanz bei Franz“. Seit 2010 steht das historische Haus in der Dorfmitte leer.

„Es stehen hohe Renovierungskosten an, das nimmt kein Investor in Kauf“, berichtet Bürgermeister Stefan Streit. Nun wollen die Bürger des Ortes die Gaststätte mit einer Genossenschaft zu neuem Leben erwecken. 250 Euro sollen die Anteile kosten und die Renovierung und den Ankauf des Hauses mit insgesamt rund 200.000 Euro finanzieren, um es dann zu verpachten. Etwa jeder zweite Haushalt von Brochterbeck müsste bei dem Finanzierungsmodell mitmachen, damit es funktioniert.

Vorbild für die Brochterbecker Bürger ist „Unser Laden“, ein genossenschaftlicher Lebensmittelmarkt in Ochtrup-Welbergen. Dieser stand 2010 eigentlich vor dem Aus – bis eine Genossenschaft den Laden kaufte und seitdem betreibt – inzwischen sogar mit einem kleinen Gewinn. „Die Menschen sehnen sich in Zeiten der Globalisierung nach Ansprache und persönlichem Kontakt – eben nach dem guten, alten Tante-Emma-Laden“, sagte Christoph Gottwald vom RWGV bei der Verleihung des Ideenfeuer-Preises 2011 an den Laden.

Gerade in Westfalen gründen Bürger oft Genossenschaften, berichtet RWGV-Sprecher Christian Fähndrich. „Die Agrargenossenschaften haben hier eine starke Präsenz. Viele Leute wachsen mit diesem Modell auf und kennen es gut“, erklärt er. So wurden in der Region allein von Januar bis Juli 2012 neun Genossenschaften gegründet.

Weitere Informationen: www.rwgv.de

Ein Beitrag aus seiner Zeit.

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