Mit diesen Fragen beschäftigen sich rund 40 Wissenschaftler aus Deutschland, Frankreich und Luxemburg bei einer internationalen Konferenz zum Thema „Ernährung und Gesundheit“ vom 6. bis 9. September in Saarbrücken (Uni-Campus, Geb. B 2.1). Die Forscher aus der Großregion und Burgund wollen in Zukunft noch enger zusammenarbeiten. Die saarländische Landesregierung wird die neue Forschungskooperation mit rund 70.000 Euro fördern.

Claus Jacob ist Professor für Bioorganische Chemie in der Fachrichtung Pharmazie der Universität des Saarlandes. Er hat sich darauf spezialisiert, den so genannten redox-aktiven Naturstoffen aus essbaren Pflanzen und Pilzen nachzuspüren. Unter anderem erforscht er dabei die chemischen und biochemischen Grundlagen für eine mögliche heilende Wirkung.

„Wir nehmen dafür den Naturstoff als reine Substanz, zum Beispiel das Allicin aus Knoblauch oder das Polyphenol aus Traubenkernen, und schauen im Labor, was genau in einer lebenden Zelle damit passiert“, erläutert Jacob. Dabei kommen neue Analysemethoden der Biochemie zum Einsatz, etwa die Massenspektrometrie oder hoch auflösende Mikroskope.

„Mit ausgefeilten Färbetechniken können wir heute das Innenleben einer Zelle sehr gut und differenziert sichtbar machen. Wir sehen also, wie ein bestimmter Stoff selektiv die Prozesse in der Zelle und damit letztendlich auch im Körper verändert und zum Beispiel hemmend oder auch toxisch wirkt“, erklärt Professor Jacob.

Erst seit kurzem werden dabei nicht nur die Veränderungen der Proteine in einer Zelle untersucht, sondern zunehmend auch Prozesse, die sich auf die so genannten Histone und damit auch auf epigenetische Kontrollmechanismen der Gene auswirken. „Hierbei hat man festgestellt, dass einige Naturstoffe, wie das Xanthohumol aus dem Hopfen, bestimmte Kontrollfunktionen beeinflussen. Dies könnte der Ansatz für neue Therapien sein“, hofft Jacob.

Der Saarbrücker Pharmazie-Professor nimmt gemeinsam mit Wissenschaftlern in Saarbrücken und am Universitätsklinikum in Homburg vor allem heimische Nutzpflanzen wie Zwiebeln, Knoblauch oder Spargel unter die Lupe. Seine französischen Forscherkollegen um Professor Norbert Latruffe in Dijon hingegen beschäftigen sich unter anderem mit der Substanz Resveratrol im Rotwein und mit verschiedenen ungesättigten Fettsäuren. Gemeinsam und mit weiteren Forschern aus der Großregion (Kaiserslautern, Pirmasens, Luxemburg, Metz, Nancy) sollen nun die verschiedenen heimischen Naturprodukte näher erforscht werden.

Weitere Informationen: www.univw.uni-saarland.de

Fragen beantwortet: Professor Dr. Claus Jacob, Bioorganische Chemie, Fachrichtung Pharmazie, Tel. (0681) 302-3129, E-Mail: c.jacob@mx.uni-saarland.de.

Ein Beitrag aus seiner Zeit.

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